Forderungen an die GDL: Gewerkschaft soll wieder verhandeln

Abgestellte Lokomotiven | Foto: EVN

Angesichts des Streiks bei der Deutschen Bahn nehmen die Forderungen an die Lokführergewerkschaft GDL zu, wieder mit dem Staatskonzern zu verhandeln.

BERLIN | Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir erleben, dass die Fahrgäste keinerlei Verständnis mehr für die Dauer der Streiks und die Beharrlichkeit der GDL haben, nicht an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Insofern fordert der VDV im Namen der Branche die GDL dazu auf, Verhandlungen wieder aufzunehmen und im Interesse der Bahnkunden schnellst­möglich die Verkehre wieder herzustellen.“

Der Geschäftsführer des Verkehrsbündnisses Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagte der Nachrichten­agentur: „Sowohl im Interesse der Millionen Bahnkunden als auch des Klima­schutzes kann ich nur hoffen, dass dieser Arbeitskampf bald beendet ist.“ Grünen-Fraktions­vize Oliver Krischer sagte: „Die Heftigkeit des Streiks ist für die meisten Außen­stehenden nicht nachvollziehbar. Das wird auf dem Rücken der Kunden ausgetragen. Ich hoffe nicht, dass durch den Streik Kunden vergrault werden und diese in Zukunft vermehrt auf Bus und Auto ausweichen.“


Auch der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, hat das Verhalten der GDL erneut kritisiert und die Lokführergewerkschaft aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Was wir kritisch sehen, ist, dass hier eine Berufsgruppe wie die Lokführer ihre partikularen Interessen gegen das Gesamtinteresse aller anderen Bahn-Beschäftigten durchsetzt“, sagte Hoffmann der Rheinischen Post (Samstag). „Die Beschäftigten­gruppen in einem Unternehmen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“ Im Kern gehe es GDL-Chef Weselsky darum, seine Gewerkschaft (…) zu erhalten und ihren Einfluss­bereich zu vergrößern, so Hoffmann weiter. Die Lokführergewerkschaft gehört nicht dem DGB an, ihr Dachverband ist der Deutsche Beamtenbund (dbb).

Die Lokführergewerkschaft will den Streik bei der Deutschen Bahn nach einem Sieg vor Gericht bis zum geplanten Ende am Dienstag um 2.00 Uhr fortsetzen. Das Hessische Landes­arbeits­gericht in Frankfurt hatte zuvor eine einstweilige Verfügung abgelehnt.


Quelle: EVN / dpa