Rechtsstreit mit Abellio wird für Sachsen-Anhalt teuer

Regionalzug mit Abellio-Logo | Foto: EVN

Die Finanzprobleme des angeschlagenen Bahnunternehmens Abellio führen auch beim Land Sachsen-Anhalt zu hohen Kosten.

MAGDEBURG / HALLE (SAALE) | Die Ausgaben in der Auseinandersetzung mit dem privaten Bahnbetreiber belaufen sich laut einem Medienbericht derzeit auf eine sechsstellige Summe. Wie ein internes Papier aus dem Landesverkehrsministerium von Thomas Webel (CDU) belegt, liegen allein die Anwaltshonorare bis jetzt bei 260.000 Euro. Darüber berichtete am Freitag die Mitteldeutsche Zeitung. Genannt wird die Summe demnach in einer für die Kabinettssitzung am Dienstag bestimmten Vorlage.

Die Abellio GmbH, ein Tochterunternehmen der niederländischen Staatsbahn NS (Nederlandse Spoorwegen) steckt bereits seit längerer Zeit in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen begründet die angespannte Situation mit „massiven Kostenentwicklungen, die nicht ausreichend von den einzelnen Verkehrsverträgen gedeckt sind“. Dabei verweist die Firma unter anderem auf höhere Personalkosten und Baustellen-Folgekosten – damit gemeint sind Schienenersatz­verkehre und Strafzahlungen wegen Zugausfällen oder nicht erreichter Pünktlichkeits­vorgaben. Solche Mehrkosten seien laut Abellio bei der Vertrags­unterzeichnung nicht vorhersehbar gewesen. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen bereits mit einer Kündigung der Verkehrs­verträge gedroht und forderte von mehreren Bundes­ländern Nachzahlungen für den weiteren Betrieb.

Abellio hat nach eigenen Angaben rund 3.100 Beschäftigte in Deutschland, seine 52 Zuglinien verkehren in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Pro Jahr kommen die Züge auf 53,2 Millionen Kilometer.


Quelle: EVN