Noch drei Standorte für neues Nürnberger ICE-Werk in der Auswahl

Im Raum Nürnberg soll bis 2028 ein neues ICE-Werk entstehen | Foto: DB AG / Hartmut-Joachim Sigrist

Für die Suche nach einem geeigneten Standort des neuen ICE-Werks im Raum Nürnberg sind aktuell noch drei mögliche Regionen in der Auswahl. Sechs von insgesamt neun Standorten schloss die Deutsche Bahn bereits als ungeeignet aus.

NÜRNBERG | Nach Angaben des Bahnkonzerns sollen die drei noch in der Auswahl befindlichen Regionen bis Jahresende abschließend untersucht werden. Hierzu gehören das ehemalige Munitionslager (Muna) Feucht, der Bereich südlich der Muna sowie der Standort Allersberg/Pyrbaum/Roth. Anschließend soll das Raumordnungsverfahren beginnen, an dessen Ende die Regierung von Mittelfranken jeweils die Raumverträglichkeit der drei Standorte bewertet, teilte die Bahn mit. Der am besten geeignete Standort soll bis zum Frühjahr 2022 feststehen, danach erfolge die konkrete Planung.

„Jetzt liegt unser Fokus auf einem konstruktiven Dialog mit den Menschen an den drei Standorten, die im Rennen bleiben“, erklärte DB-Projektleiter Carsten Burmeister. Die Bahn zeigt sich davon überzeugt, dass man am Ende gemeinsam eine gute Lösung finden werde.

Der Konzernbevollmächtigte der Bahn für Bayern, Klaus-Dieter Josel, betonte, dass das neue ICE-Werk immens wichtig für die klimafreundliche Mobilität sei. „Wichtig sind aber auch die Anliegen der Menschen, die in der Nähe der möglichen Standorte leben, und natürlich die Natur. Wir möchten die unterschiedlichen Interessen zusammenbringen und werden dazu das Gespräch mit den Menschen in Feucht und Wendelstein sowie in Allersberg, Pyrbaum und Roth suchen“, so Josel.

Die Bahn verspricht für den Auswahlprozess des finalen Standorts volle Transparenz. Die Untersuchungsergebnisse für alle neun ursprünglich betrachteten Standorte sollen im Herbst von der Regierung Mittelfranken im Raumordnungsverfahren öffentlich ausgelegt werden.

Das neue Instandhaltungswerk der Bahn wird für den künftigen Ausbau der Fernverkehrsflotte benötigt. Investitionen in Höhe von rund 400 Millionen Euro sind für das neue ICE-Werk, das zu 100 Prozent CO2-neutral betrieben werden soll, vorgesehen; mehr als 450 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Standortsuche gestaltet sich seit Monaten allerdings als eher schwierig, da bereits zahlreiche Anwohner und Naturschutzverbände ihren Widerstand deutlich gemacht haben. 2028 will die Bahn das neue Werk in Betrieb nehmen.


Quelle: EVN