Weitere Lokführer legen Arbeit nieder – Streik­beteiligung nochmals gestiegen

Zugbegleiter und Lokführer unterhalten sich | Foto: EVN

An der dritten Streikwelle haben sich laut Angaben der Deutschen Bahn seit Donnerstag bislang 7.597 von rund 19.700 Lokführern beteiligt.

  Aktualisiert | 6. Sept. 2021, 16.06 Uhr  

BERLIN | Damit stieg die Streikbeteiligung gegenüber den Vortagen nochmals deutlich an. Noch am Freitagabend meldete das Unternehmen knapp 6.000 und am Samstagabend fast 6.700 streikende Lokführer. In den Stellwerken schlossen sich bis zum heutigen Montag zudem 63 Fahrdienstleiter und Weichenwärter dem Arbeitskampf an, wie die Bahn mitteilte. Ebenfalls in den Ausstand traten auch 40 Mitarbeitende in der Instandhaltung sowie 22 Mitarbeitende an den Personenbahnhöfen. Wie viele Zugbegleiter sich am Arbeitskampf beteiligten, blieb zunächst offen. Eine Anfrage bei der Pressestelle der Bahn war am Montagnachmittag noch unbeantwortet.

Claus Weselsky, der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), betonte am Montag, dass er derzeit keine Basis für Verhandlungen sehe. Die Gewerkschaft sei zu weiteren Gesprächen bereit, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot von der Bahn komme, so Weselsky im ZDF-Morgenmagazin. Das sogenannte Angebot der Bahn bezeichnete er als vorgetäuschte Verbesserung.


Lutz Dächert vom GDL-Bezirk Süd-West warb für Verständnis bei den Bahnkunden und Pendlern für das Vorgehen der Gewerkschaft. Er zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung der Gewerkschaftsmitglieder, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. „Wir wollen einen Tarifvertrag für alle Berufsgruppen.“

Der fünftägige Ausstand der GDL soll in der Nacht auf Dienstag um 2 Uhr enden. Mit dem Streik will die Gewerkschaft ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen. Auch um die Betriebsrenten und den Einflussbereich der GDL im Konzern wird aktuell gerungen. Mit einem neuen Angebot hatte die Bahn zuletzt eine Laufzeit von 36 statt zuvor 40 Monaten in Aussicht gestellt, auch mit einer Corona-Prämie von bis zu 600 Euro wäre sie einverstanden.


Quelle: EVN