Bahn: Über 10.000 Mitarbei­tende am dritten GDL-Streik beteiligt

Eine Kundebetreuerin der Deutschen Bahn meldet den Zug bereits zur Abfahrt | Foto: DB AG / Dominic Dupont

An der dritten Streikrunde der Lokführer­gewerkschaft GDL waren in den vergangenen Tagen über 10.000 Mitarbeitende der Deutschen Bahn beteiligt.

BERLIN | Laut den Zahlen des Konzerns haben sich 7.645 Lokführer, etwa 2.450 Zugbegleiter (inkl. Bordgastronomie), 64 Stellwerker, 42 Instandhalter und 25 Mitarbeitende in den Personenbahnhöfen dem Arbeitskampf angeschlossen. Damit lag die Gesamtzahl der streikenden Mitarbeiter bei rund 10.226. Die Deutsche Presse-Agentur nannte am Dienstag sogar eine Gesamtzahl von mehr als 10.800 Beschäftigten und bezog sich dabei auf einen aktuellen Lagebericht der Bahn.

Seit der vergangenen Woche hatte der fünftägige Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) den Großteil des Schienenverkehrs der Deutschen Bahn lahmgelegt. Die Zahl der Streikenden reichte aus, um den Güter- und Personenverkehr stark einzuschränken. Im Fernverkehr fielen rund 70 Prozent aller Fernzüge aus. Im Regional- und S-Bahnverkehr mussten etwa 60 Prozent des Angebots gestrichen werden, mit regional größeren Schwankungen. Der Streik-Schwerpunkt hatte laut Bahn erneut in Ostdeutschland und den Metropolen gelegen.

Seit Dienstagmorgen ist der Ausstand beendet und die Bahn hat ihren normalen Fahrplanbetrieb nahezu vollständig wieder hergestellt. „Im Fernverkehr fahren bis auf wenige Ausnahmen wieder alle Züge planmäßig“, teilte der Konzern am Dienstagmittag mit. Die S-Bahnen in den Regionen Berlin, Hamburg, München, Stuttgart und Frankfurt liefen seit dem Vormittag uneingeschränkt. Auch der Regionalverkehr in bevölkerungsreichen Flächenländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg stehe wieder vollständig zur Verfügung.

Auch nach dem dritten Streik zeichnet sich weiter keine Bewegung im Tarifkonflikt ab. „Es liegt ein Angebot auf dem Tisch, das bereits wesentliche Forderungen der Gewerkschaft erfüllt“, sagte eine Bahn-Sprecherin. „Die GDL muss endlich ihre Blockade aufgeben und mit uns verhandeln. Wir sind dazu jederzeit bereit.“

GDL-Chef Claus Weselsky hatte sich am Montag auf einer Kundgebung kämpferisch geäußert: „Nach dem Streik ist vor dem Streik.“ Am Dienstag betonte er aber, der Bahn nun vorerst etwas Zeit geben zu wollen. Zum Ende eines Streiks drohe man nicht schon mit dem nächsten, sagte Weselsky im MDR. „Man muss natürlich der anderen Seite auch etwas Zeit geben und Gelegenheit, sich zu korrigieren. Ich denke, dass das immer noch möglich ist.“ Auch der Bund sei gefordert. „Hier werden Steuermillionen verbrannt für nichts“, sagte Weselsky.

Gleichwohl seien die Beschäftigten weiter für Arbeitskampfmaßnahmen bereit, wenn sich die Bahn nicht bewege. „Sie wissen, dass wir rechtzeitig ankündigen.“ Weselsky betonte erneut das Anliegen der Gewerkschaft, in der Tarifrunde auch Verträge für weitere Gewerke aushandeln zu können, darunter für die Instandhaltungswerke und die Infrastruktur. Die Bahn lehnt das bislang ab und verweist stets auf eine geringe Streikbeteiligung in diesen Gewerken. So hätten in der jüngsten Streikrunde nur wenige Fahrdienstleiter und Weichenwärter die Arbeit niedergelegt.


Quelle: EVN / dpa