Feste Fehmarnbeltquerung: Dialogforum fordert Minimierung der Risiken

Der Fehmarnbelt-Tunnel soll in einigen Jahren die deutsche Ostseeinsel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden | Visualisierung: Femern A/S

Gegner und Befürworter der Festen Fehrmarnbeltquerung sitzen an einem Tisch. Zehn Jahre schon diskutieren sie das Für und Wider der umstrittenen Bahnverbindung. Zum runden Jahrestag gab es gemeinsame Forderungen an die Politik – und Lob zurück.

OLDENBURG | Das Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung hat von der Landesregierung in Schleswig-Holstein und der Deutschen Bahn gefordert, Risiken und Belastungen für die Region durch das geplante Verkehrsprojekt weiter zu minimieren. Das Land und der Kreis Ostholstein müssten alle Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Entwicklung ausschöpfen, heißt es in einem „Fehmaraner Beschluss“, der auf der Sondersitzung zum zehnjährigen Bestehen des Forums am Donnerstag verabschiedet wurde.

Seit zehn Jahren diskutieren Gegner und Befürworter im Dialogforum über den Bau einer festen Querung des Fehmarnbelts. Die Gegner lehnen das Vorhaben unter anderem wegen der hohen Kosten sowie der Belastung der Umwelt durch die Bauarbeiten und das steigende Verkehrsaufkommen ab.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) würdigte die Arbeit, die das Dialogforum bisher geleistet habe. „Wir haben uns gemeinsam für zusätzliche Trassenvarianten stark gemacht und Einfluss auf die Streckenführung nehmen können“, sagte er. Darüber hinaus sei es auch gelungen, vom Bundestag fast eine Viertelmilliarde Euro für zusätzlichen Lärmschutz entlang der geplanten Bahnstrecke von Lübeck nach Fehmarn zu erhalten, sagte Günther.


Das Dialogforum war 2011 auf Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) gegründet worden. Ziel war es, einen transparenten Dialog zwischen Land und der Deutschen Bahn als Vorhabenträger einerseits und den Bürgern in der Region andererseits zu gewährleisten.

„Bei uns geht es auch mal hart zur Sache, aber das ist ja auch unsere Stärke“, sagte der Sprecher des Dialogforums, Christoph Jessen. Es sei schon etwas Besonderes, dass es das Forum auch nach zehn Jahren noch gebe und dass auch die erbitterten Gegner des Projektes noch mit am Tisch säßen, sagte er. „Ziel des Dialogforums ist es nicht, die Gegner zu überzeugen“, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). „Die Befürworter aber auch nicht.“

Herzstück der umstrittenen Verbindung ist ein rund 18 Kilometer langer Straßen- und Eisenbahntunnel, der voraussichtlich von 2029 an die Ostseeinsel Fehmarn und die dänische Insel Lolland verbinden soll. Im November 2020 hatte das Bundesverwaltungsgericht sämtliche Klagen gegen das Verkehrsprojekt abgewiesen.


Quelle: EVN / dpa