Bild-TV-Chef bezeichnet GDL-Vorsitzenden als „Geiselnehmer“ der Nation

Claus Strunz bezeichnet GDL-Chef Weselsky als „Geiselnehmer“ | Screenshot Bild TV

In einer wortstarken Diskussionsrunde hat sich Bild-TV-Senderchef Claus Strunz am Donnerstagabend über das Auftreten von Claus Weselsky echauffiert. Er verglich den Vorsitzenden der Lokführergewerkschaft gar mit einem Geiselnehmer.

BERLIN | Strunz bezeichnete die neuerliche Streikankündigung als „absolut verwerflich, asozial und in Zeiten einer Pandemie auch absolut unsolidarisch“ – vor allem vor dem Hintergrund, dass Corona-Regeln in vollen Zügen nicht eingehalten werden könnten. Weselsky verhalte sich wie ein „Geiselnehmer“. Er nehme „ein ganzes Land als Geisel“, sagte der Bild-TV-Chef in der Fernsehsendung „Viertel nach acht“. „Weselsky rast mit der Dampflok ins 19. Jahrhundert zurück. Und da kann er von mir aus auch bleiben“, so Strunz weiter.


Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte am Donnerstag angekündigt, ab Montag den nächsten Streik vorzubereiten, sollte die Bahn bis dahin kein „verhandlungs­fähiges Angebot“ vorlegen. Bereits drei Mal hat die GDL den Bahnverkehr in den vergangenen Wochen mit ihrem Arbeitskampf größtenteils zum Erliegen gebracht.

Dass die Auswirkungen der vorangegangenen Streiks so massiv ausgefallen seien, liege auch an der „Monopolstellung“ der Deutschen Bahn im Fernverkehr, kommentierten zudem Unternehmer Georg Kofler und Verleger Wolfram Weimer. „Wir brauchen hier dringend Wettbewerb“, machte Weimer deutlich. PR-Managerin Alexandra von Rehlingen nannte den Bahnkonkurrenten Flixtrain für die Verbindung Hamburg – Berlin als eine mögliche Alternative.


Quelle: EVN