Sicherheitsbereich umgangen – Bundespolizei ermittelt wegen Graffiti im Berliner Fernbahntunnel

Graffiti im Nord-Süd-Fernbahntunnel | Foto: Screenshot Instagram

Graffiti an Zügen oder Bahnhofsfassaden sind vielerorts oft nichts Ungewöhnliches – anders sieht es allerdings aus, wenn es sich um einen eigentlich gut überwachten Sicherheitsbereich handelt.

BERLIN | Ein bislang unbekannter Graffiti-Sprayer hat im Berliner Nord-Süd-Fernbahntunnel, am sogenannten Streckengleis 4, mehrere große Wandgemälde hinterlassen. Die rund 3,5 Kilometer lange Stadtunterquerung führt vom Hauptbahnhof in Richtung Süden bis zum Gleisdreieck in Kreuzberg. Die viergleisige Tunnelstrecke unterquert unter anderem den Großen Tiergarten.

Wie die Zeitung BZ vor einigen Tagen berichtete, herrscht im besagten Tunnel eigentlich Sicherheitsstufe 1, der Zutritt ist strengstens verboten. Beobachtet wird der Bereich mit Überwachungskameras an den Bahnhöfen Potsdamer Platz und Hauptbahnhof. Die Videobilder werden dabei direkt an die Bundespolizei übertragen. Sie ist für die Gefahren­abwehr im Bahnbereich zuständig. Auch Patrouillen von DB Sicherheit drehen dort ihre Runden.

Die Bundespolizei hat aufgrund des Vorfalls Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gegen Unbekannt eingeleitet. Bereits 2017 war ein Sprayer ungehindert in den Tunnel unter dem Potsdamer Platz eingedrungen. Damals erklärten Sprecher der Bundespolizei und der Bahn gegenüber der Berliner Morgenpost, dass man den Vorfall ernst nehme. Bislang ist unklar, wie sich ein derartiger Vorgang wiederholen konnte.


Quelle: EVN