DB-Konzern und GDL mit Kompromiss zufrieden – Bahn: „Der gordische Knoten ist gelöst“

Gemeinsame Pressekonferenz | Foto: Imago / Political-Moments

Nach dem Abschluss der Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn mit der Lokführer­gewerkschaft GDL haben sich die Beteiligten erleichtert gezeigt.

BERLIN | „Der gordische Knoten ist gelöst“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Der Brückenschlag zwischen Kunden, Mitarbeitern und Unternehmen sei gelungen. Gewerk­schafts­chef Claus Weselsky sprach von einem guten Kompromiss. „Die Rente ist sicher“, sagte er mit Blick auf eine Verständigung zu den Betriebsrenten.

Vermittelt hatten in den Verhandlungen die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Daniel Günther (CDU) und Stephan Weil (SPD). Sie seien vom Deutschen Beamtenbund (dbb) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angesprochen worden, sagte Weil. Alle im Unternehmen könnten sich über das Ergebnis freuen. „Jetzt können sich Daniel Günther und ich wieder unseren Regierungsgeschäften und dem Wahlkampf widmen.“

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) begrüßte die Einigung: Er sprach am Donnerstag von einer „Erleichterung für Millionen Bahnkunden und auch für die deutsche Wirtschaft“. Der Weg der Tarifeinheit habe sich bewährt. „Tarifautonomie, Tarifpartnerschaft und ja, auch das Streikrecht, sind Grundpfeiler unseres Arbeitslebens und unserer Gesellschaft.“


Ebenfalls positiv äußerte sich der Fahrgastverband Pro Bahn: „Jetzt zu Friedenszeiten muss ein Streikfahrplan ausgehandelt werden, der die Unternehmen schädigt – denn das ist ja der Sinn eines Streiks – die Fahrgäste aber nicht im Regen stehen lässt“, sagte der Pro-Bahn-Vorsitzende Karl-Peter Naumann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Vorbild könnte dabei Italien sein, wo solche Streikfahrpläne existierten.

Der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach sagte unterdessen dem RND: „Das ist ein Kompromiss im besten Sinne des Wortes, mit Augenmaß und in Verantwortung für unser Land. Mein besonderer Dank gilt dabei den Ministerpräsidenten Günther und Weil für ihre Bereitschaft, bei der Mediation des Konflikts zu helfen.“

Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 32 Monaten bis Oktober 2023. Die Verständigung sieht eine Lohnerhöhung von 3,3 Prozent in zwei Schritten vor. Zum 1. Dezember 2021 sollen die Löhne um 1,5 Prozent, zum 1. März 2023 um weitere 1,8 Prozent steigen.

Außerdem wird eine weitere Corona-Prämie gezahlt: Zum 1. Dezember dieses Jahres erhalten die Beschäftigten je nach Lohngruppe 600 bzw. 400 Euro oder 300 Euro, zum 1. März 2022 weitere 400 Euro. Die Tarifverträge der GDL sollen in deren Mehrheitsbetrieben – aktuell 16 – zur Anwendung kommen. Eine Ausdehnung darüber hinaus soll mit dem Tarifabschluss nicht stattfinden. Gerade in diesem Punkt hatte es lange Streit gegeben.


Quelle: EVN / dpa / dts Nachrichtenagentur