Weniger Unfälle bei Beförderung von wasser­gefährdenden Stoffen

Mehrere Kesselwagen in einem Güterzug | Foto: Pixelio / Bernd Sterzl

Im Jahr 2020 sind in Deutschland 1.320 Unfälle bei der Beförderung wassergefährdender Stoffe mit Straßen-, Schienen-, Wasser- und Luftfahrzeugen registriert worden.

WIESBADEN | Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verringerte sich die Zahl der Beförderungsunfälle im Vergleich zu 2019 um 17,7 Prozent. Diese Entwicklung dürfte auch auf den Rückgang des Gütertransports im Jahr 2020 im Zuge der Coronakrise zurück­gehen, teilte die Behörde mit.

Von den 1.320 bei der Beförderung wassergefährdender Stoffe registrierten Unfälle passierten die weitaus meisten mit Straßenfahrzeugen (1.247 bzw. 94,5 Prozent). Wie viele Unfälle auf den Bereich Schienenfahrzeuge zurückzuführen sind, ging aus den Daten nicht hervor. Insgesamt wurden bei Beförderungsunfällen 1,9 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe freigesetzt, darunter 541.000 Liter Mineralölprodukte und 156.900 Liter landwirtschaftlicher Stoffe wie Jauche, Gülle, Silagesickersaft (JGS). Knapp zwei Drittel (65,9 Prozent) der ausgetretenen Schadstoffe (1.230.100 Liter) konnten nicht wiedergewonnen werden.

Die höchst Anzahl an Beförderungsunfällen seit 2010 wurde im Jahr 2017 mit 1.973 Ereignissen erfasst.

Die bei Unfällen in Anlagen und bei der Beförderung wassergefährdender Stoffe freigesetzte Schadstoffmenge ging 2020 gegenüber dem Vorjahr um 75 Prozent zurück: Mit insgesamt 7,7 Millionen Litern traten 23,5 Millionen Liter weniger Schadstoffe unkontrolliert in die Umwelt aus als im Jahr 2019, als von der ungewöhnlich großen Schadstoffmenge von 31,2 Millionen Litern 98 Prozent auf Unfälle in Anlagen zurückzuführen waren. Im Jahr 2018 hatte die freigesetzte Schadstoffmenge 10,3 Millionen Liter und damit 2,6 Millionen Liter mehr als im Jahr 2020 betragen.


Quelle: EVN / dts Nachrichtenagentur