Berliner Landesarbeitsgericht verhandelt über Tarifeinheit bei der Deutschen Bahn

GDL-Chef Claus Weselsky | Foto: Imago / Jens Jeske

Trotz des Tarifabschlusses zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) beschäftigt ein wichtiger Aspekt des Konflikts an diesem Dienstag das Landesarbeitsgericht Berlin.

BERLIN | Hintergrund der Verhandlung sind Fragen zum Tarifeinheitsgesetz (TEG). Es geht um die Frage, in welchen der rund 300 Bahn-Betriebe die Tarifverträge der GDL künftig zur Anwendung kommen. Das Gesetz sieht vor, dass in einem Unternehmen mit zwei Gewerkschaften nur der Tarifvertrag der mitgliederstärkeren Arbeitnehmervertretung angewendet wird.

Bei der Bahn konkurriert die GDL mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Mitglieder. Aus Sicht des Konzerns hat die EVG in den meisten Bahn-Unternehmen die Mehrheit, die GDL demnach nur in 16. Die Gewerkschaft zweifelt das an und hat schon vor der jüngsten Tarifeinigung mehrere Eilverfahren gegen diese Festlegung angestrebt. Sowohl in Berlin als auch in Frankfurt wiesen die zuständigen Gerichte die Anträge der GDL jedoch ab. Nun steht in Berlin das Hauptsacheverfahren an.

Dabei sieht die in der vergangenen Woche getroffene Tarifvereinbarung vor, dass die Mehrheitsverhältnisse in den Bahn-Betrieben nun notariell bestimmt werden sollen. Die laufenden Klagen werde die Gewerkschaft aber weiter verfolgen, hatte GDL-Chef Claus Weselsky angekündigt.


Quelle: EVN / dpa