Tübinger stimmen gegen Stadtbahnstrecke durch Innenstadt – Hermann: „Außerordentlich bedauerlich“

Schienen einer Stadtbahn (Symbolbild) | Foto: Pixabay

Die Menschen in Tübingen haben sich gegen eine Innenstadtstrecke der geplanten Stadtbahn ausgesprochen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bedauert die Entscheidung.

  Aktualisiert | 27. Sept. 2021, 13.57 Uhr  

STUTTGART / TÜBINGEN | „Es ist außerordentlich bedauerlich, dass im Bürgerentscheid in der Stadt Tübingen, die von der Regionalstadtbahn Neckar-Alb den größten Nutzen hätte, das Projekt Innenstadtstrecke mit Mehrheit abgelehnt wurde“, ließ Hermann am Montag in Stuttgart verlauten. Es werde nun wohl einige Jahre dauern, bis ein neuer Anlauf mit einem weiterentwickelten Konzept gemacht werden könne, betonte Hermann. Am Sonntag hatte eine Mehrheit von 57,39 Prozent gegen das Millionen-Projekt gestimmt. Für das Vorhaben sprachen sich 42,61 Prozent der rund 69.000 stimmberechtigten Wählerinnen und Wähler aus. Die Wahlbeteiligung in der Universitätsstadt betrug 78,41 Prozent.

Der Plan einer Innenstadtstrecke der Regional-Stadtbahn Neckaralb war von Beginn an umstritten. Die Strecke sollte vom Hauptbahnhof über die Neckarbrücke über die Innen­stadt­klinik und den Botanischen Garten bis in den Osten der Stadt führen. Die Regional-Stadtbahn ist das größte Infrastrukturprojekt der Region Neckar-Alb mit etwa 700.000 Menschen. Dabei sollen die im Umland bestehenden Eisenbahnstrecken genutzt und über Straßenbahnstrecken mit den Innenstädten verbunden werden. Zum Bau der Innenstadtstrecke Tübingen wären nach aktuellem Planungsstand Investitionen in Höhe von rund 230 Millionen Euro zuzüglich Planungskosten notwendig. Die Kosten für Planung und Bau der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb betragen etwa 2,1 Milliarden Euro.


Quelle: EVN / dpa