Baden-Württemberg bestellt Batteriezüge für Hermann-Hesse-Bahn

Siemens-Batteriezüge für die Hermann-Hesse-Bahn (Visualisierung) | Foto: Siemens Mobility

Ab Ende 2023 sollen auf der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Renningen und Calw neuartige Batteriezüge des Herstellers Siemens Mobility fahren. Eine entsprechende Bestellung wurde nun getätigt.

STUTTGART | Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann gab den Kauf der neuen Züge am Mittwoch bekannt. Die Fahrzeuge vom Typ Mireo Plus B haben den Vorteil, dass sie ohne umweltschädlichen Dieselantrieb auch auf Strecken ohne Oberleitung fahren können. „Zugfahren ist die Grüne Alternative zum Autofahren“, sagte Hermann. „Deshalb hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt, keine neuen Fahrzeuge mehr mit reinem Diesel­antrieb zu beschaffen. Auf der Hermann-Hesse-Bahn erreichen wir dieses Ziel gleich zum Start des Bahnbetriebs.“

Als so genannte batterie-elektrische Fahrzeuge laden die Züge ihren Akku auf Strecken­abschnitten mit vorhandener Oberleitung. Auf der Hermann-Hesse-Bahn ist das zwischen Renningen und Weil der Stadt der Fall, heißt es vom Landesverkehrsministerium. Zwischen Weil der Stadt und Calw werden die Züge demnach dann mit dem gespeicherten Strom aus den Batterien fahren können. Die Reichweite des Mireo Plus B beträgt im Batteriebetrieb rund 80 Kilometer.

Für die jetzige Bestellung in enger Abstimmung mit dem Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn wurde eine vorhandene Nachbestelloption genutzt. Diese wurde im Rahmen der Bestellung von 20 Batteriezügen für das Ortenaunetz im Jahr 2020 mit Siemens Mobility abgeschlossen.

Die Neufahrzeuge bieten laut Verkehrsministerium jeweils Platz für 120 Personen und verfügen über einen barrierefreien Einstieg sowie eine Toilette. Außerdem bieten sie in speziellen Bereichen genügend Platz für Fahrräder, Rollstuhlfahrer sowie Kinderwagen. Zusätzlich werden die neuen Züge mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet.


Quelle: EVN