Ex-Bahn-Vorstand: Verdoppelung der Fahrgastzahlen unwahrscheinlich

Volker Kefer, früherer Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn (Archiv) | Foto: DB AG / Pablo Castagnola

Volker Kefer, ehemaliger Infrastruktur­vorstand des Bahn­konzerns, glaubt nicht mehr daran, dass die Deutsche Bahn wie geplant bis zum Jahr 2030 doppelt so viele Fahrgäste transportiert wie im Jahr 2015.

BERLIN | Laut dem 65-Jährigen sei zwar jeder für den Ausbau der Bahn, aber wenn es um die Details gehe, um die Frage, wo das zweite Gleis gebaut werde, dann rege sich massiver Widerstand. Das sagte er der Wochenzeitung Die Zeit.

Kefer fürchtet: „Die Verdopplung der Fahrgastzahlen wird unter diesen Umständen in den nächsten acht Jahren nicht gelingen.“ Der frühere Bahn-Manager war bis 2016 im Vorstand des Staatskonzerns, heute ist er Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure.

Auch der scheidende CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer räumte ein, dass die Pandemie die Expansion zumindest vorübergehend bremse: „Vor Corona waren wir bei der Bahn auf einem sehr guten Weg. Jedes Jahr hatten wir neue Fahrgastrekorde.“ Nun aber müssten die Reisenden neu „fürs Bahnfahren begeistert werden“. Möglich sei das nur mit sauberen, perfekt getakteten und pünktlichen Zügen.


Quelle: EVN / dts Nachrichtenagentur