BVG-Chefin will Berliner Flughafen auch per U-Bahn anbinden

Eva Kreienkamp, Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe | Foto: BVG / Montage EVN

Die Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Eva Kreienkamp, hält eine U-Bahn-Anbindung des Flughafens Berlin Brandenburg für sinnvoll.

BERLIN | „Am Flughafen wird der Verkehr künftig auch nicht weniger werden“, sagte Kreienkamp der Berliner Morgenpost vom Montag. „Es ist für das Gebiet damit zu rechnen, dass da substanziell mehr Menschen hinziehen oder dort arbeiten. Die müssen ein Mobilitäts­angebot bekommen, wenn wir nicht wollen, dass alle Auto fahren. Deshalb ist die U-Bahn dort eine gute Antwort.“ Bisher ist der Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Busse, S-Bahn und Regionalbahn zu erreichen.

Auch die Lücke an der U3 soll geschlossen werden. „Der Ausbau zwischen Krumme Lanke und Mexikoplatz macht Sinn, dann hat man eine S-Bahn-Verbindung aus dem Südwesten und kann mit der U-Bahn weiter in Richtung Norden fahren“, sagte Kreienkamp. Auch andere Gebiete will die BVG-Chefin erschließen. „Man kann auch schauen, wo wächst Berlin nach Brandenburg hinein, das sieht man zum Beispiel in Spandau, Falkensee und Dallgow-Döberitz.“

Es seien oft auch Querverbindungen, die verbessert werden könnten. „Zwischen Britz und Treptow sind es acht Kilometer, aber mit dem Bus können Sie da juckeln ohne Ende“, nannte Kreienkamp als Beispiel. „Oder vom Nordosten in den Nordwesten.“ Berlin habe viele Zentren, da müsse ermittelt werden, wo die Menschen wirklich hinwollten. „Wenn wir das Gebiet Siemensstadt und Gartenfeld in Spandau weiter ausbauen, entsteht da für viele Leute ein neues Ziel. Die wollen aber nicht unbedingt durch Mitte dorthin fahren. Damit müssen wir uns beschäftigen, um unsere Strecken anders zu denken.“

Vom Bund wünscht sich die BVG-Chefin eine Orientierung, wie öffentlicher Verkehr insgesamt in Zukunft finanziert werden solle. Zudem sei es notwendig, „sich Privilegien für einzelne Gruppen im Verkehr anzuschauen, das Dienstwagenprivileg zum Beispiel“. Ein Teil der Autos werde hoch subventioniert, „und zwar für Menschen, die diese Subventionen nicht brauchen“. Auch bei der Parkraumbewirtschaftung sieht sie Spielraum. „Bislang zahlt man Parkgebühren in relativ kleinen Gebieten, aber ansonsten kann überall frei geparkt werden. Man sollte sich überlegen, ob das der richtige Weg ist.“


Quelle: EVN / dpa