Sturm fegt über Deutschland – Bahnchaos in weiten Teilen des Landes

Anzeigetafel am Bahnhof zeigt ausfallende Züge | Foto: Imago / Ralph Peters

Der erste heftige Herbststurm des Jahres ist da. Bahnreisende müssen sich bundesweit auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Im Südosten wurde der Regionalbahn­verkehr eingestellt.

OFFENBACH / BERLIN | Das Sturmtief über Deutschland hat am Donnerstag zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurde der Regionalbahnverkehr bis auf Weiteres eingestellt, wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilte. In Nordrhein-Westfalen fuhren zeitweise keine Fernverkehrszüge. Besonders im Saarland, in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern komme es zu Zugausfällen und Verspätungen, teilte die DB mit. Im Laufe des Tages rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen.

„Hunderte Mitarbeitende sind im Einsatz, um Bäume und andere Hindernisse aus den Gleisen zu räumen, Oberleitungen zu reparieren und Schäden aufzunehmen“, teilte eine DB-Sprecherin mit. Fahrgäste, die aufgrund des Unwetters ihre Reise verschieben wollen, könnten ihr gebuchtes Ticket ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach dem Ende der Störungen einlösen. Am frühen Nachmittag rollten die ersten Fernverkehrszüge wieder durch NRW.

Für den Donnerstagnachmittag und -abend warnte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie vor einer Sturmflut an der Nordsee sowie im Weser- und Elbegebiet. Das Hochwasser werde an der Nordseeküste 1,00 bis 1,50 Meter und im Weser- und Elbegebiet etwa 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser betragen, hieß es. Weitere Sturmfluten am Freitag seien nicht ausgeschlossen. Der Scheitelpunkt in Hamburg-St.-Pauli soll am Donnerstag um kurz nach 18.00 Uhr erreicht werden.


Vielerorts rückten die Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und Teile von Dächern aus. Im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg kollidierte in der Nacht ein Güterzug mit einem herabgefallenen Ast auf dem Gleis. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus. Seit dem Morgen habe es bereits Dutzende wetterbedingte Einsätze gegeben. 

Der DWD ging in einem Streifen über die Mitte bis in den Osten und Nordosten Deutschlands von schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen von bis zu 105 Kilometern pro Stunde aus. Im Bergland könne es sogar Orkanböen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde geben. Im Laufe des Nachmittags sollte der Wind von Westen her wieder nachlassen.

Am Freitag sind laut DWD im Norden noch stürmische Böen, Schauer und Gewitter möglich, während sich das Wetter ansonsten beruhigt. Im Süden ist es dann in einem breiten Streifen vom Schwarzwald bis nach Ostbayern länger sonnig. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 13 Grad. Es wird kühler als an den Vortagen.


Quelle: EVN / dpa