Ende 2024 sollen Personenzüge über Trierer Weststrecke rollen

Liniengrafik Weststrecke Trier | Quelle: SPNV Nord

Eine bessere Verbindung der Stadt Trier mit Luxemburg und mit dem Umland – das soll der Reaktivierung der Weststrecke für Personenzüge dienen. Das Angebot könnte für Tausende Pendler interessant sein.

TRIER | Bis Ende 2024 soll die Bahnstrecke im Trierer Westen für Personenzüge ausgebaut sein: „Den Ausbau der Strecke inklusive dem Bau der fünf neuen Bahnstationen sowie der zwei neuen Eisenbahnbrücken werden wir jetzt zügig vorantreiben“, kündigte der Konzern­bevollmächtigte der Deutschen Bahn für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Klaus Vornhusen, am Montag in Trier an. Die Baukosten würden auf mehr als 60 Millionen Euro geschätzt – seit Juni liege der Planfeststellungsbeschluss vor. Bisher wird die Strecke für den Güterverkehr genutzt.

Die Reaktivierung der Weststrecke für den Personenverkehr sei „ein sehr, sehr wichtiges Projekt“ und bedeute „einen Meilenstein“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Trier werde „noch besser mit seinem Umland und dem Großherzogtum Luxemburg verbunden sein“. Das sei ein wichtiges Angebot für Pendler. Zudem sei das Projekt ein Beitrag zur Mobilitätswende und zum Klimaschutz: „Der Nahverkehr wird attraktiver und bewegt mehr Menschen zu einem Umstieg. Jeder neue Fahrgast, der sein Auto stehen lässt, entlastet Stadt und Anwohner von innerstädtischem Verkehr.“

Die ersten Pläne für die Trierer Weststrecke liegen viele Jahre zurück. „Die Weststrecke hat nie an Priorität und an Aktualität verloren“, sagte Dreyer. „Manchmal ist in der Politik auch eine Vision erforderlich, um irgendwann ein dickes Brett dann auch durchschlagen zu können.“ Nun sei man daran, „demnächst auch Spatenstiche machen und loslegen zu können“. Die Inbetrieb­nahme sei für Dezember 2024 geplant.

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) betonte, dass durch neue Haltepunkte an der Römerbrücke und in Trier-Pallien einerseits die Anbindung der Trierer Innenstadt an den Bahnverkehr verbessert werde, aber auch das Pendler-Angebot nach Luxemburg-Stadt bekomme „einen erheblichen Qualitätszuwachs.“ Der Individualverkehr werde in Trier sowie in Luxemburg entlastet: Allein in der Stadt Trier gebe es mehr als 9.000 Pendler, die täglich nach Luxemburg pendelten.

Es gehe aber auch um die „Einpendler“, die aus dem Umland nach Trier kämen – zu Schulen, Hochschulen oder zur Arbeit. ÖPNV ergebe Sinn, wenn er „schnell, zuverlässig und bequem“ sei. Die Trierer Weststrecke sei eines der größten ÖPNV-Projekte in Rheinland-Pfalz und eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in der Stadt. Sie sei der erste Baustein, der zweite Baustein werde die Oststrecke sein. „Dann haben wir ein kompletten Ringverkehr rund um Trier“, sagte Leibe.

Nach dem Ausbau der Weststrecke Trier werden zwei Regionalbahn-Linien auf der Strecke verkehren: Zum einen die bereits bestehende Linie RB 83 Wittlich – Trier – Luxemburg und zum anderen die neue Linie RB 84 Trier-Hafenstraße – Konz/Saarburg. Beide Linien sollten auf der Weststrecke selbst ein Angebot im Halbstundentakt bilden, hieß es.

Die bereits auf der RB 83 eingesetzten Elektrodoppelstocktriebzüge werden im Zuge einer Kooperation von der luxemburgischen Eisenbahngesellschaft CFL zur Verfügung gestellt. Die Fahrzeuge kommen auch künftig auf der RB 83 zum Einsatz, wenn diese über die Weststrecke fährt.

Für die Stadt Trier und das Baudezernat stehe nun die Umfeldplanung der neuen Haltepunkte Hafenstraße (Ehrang), Pallien, Trier-West, Euren und Zewen ganz oben auf der Agenda. Es soll dort barrierefreie Bushaltestellen und hochwertige Radabstellanlagen sowie Radservice-Punkte geben, hieß es.


Quelle: EVN / dpa