Branchenverband: Nächste Bundesregierung muss Schienennahverkehr stärken

Lokführer im Führerstand eines Regionalzuges | Foto: DB AG / Pablo Castagnola

BERLIN | Mehr Geld, mehr elektrifizierte Strecken und eine besser ausgebaute Infra­struktur: Als wichtiger Baustein im Kampf gegen die Klimakrise fordert der Interessen­verband Allianz pro Schiene von der nächsten Bundesregierung eine Stärkung des Regional- und S-Bahnverkehrs in Deutschland.

„Die Vision einer klimaneutralen Mobilität ist im Schienenpersonennahverkehr keine Utopie mehr, sondern greifbar nahe“, erklärte Geschäftsführer Dirk Flege. „Die Schiene kann schon bald als erster motorisierter Verkehrsträger komplett CO2-frei werden.“

Rund 95 Prozent aller Bahnfahrten in Deutschland entfallen laut Allianz pro Schiene auf den Schienennahverkehr. Bis zur Corona-Krise war die Zahl der Fahrgäste stetig gestiegen. In der Pandemie fuhren die Verkehrsunternehmen aber Milliardeneinbußen ein, die zweimal von Bund und Ländern über höhere Regionalisierungsmittel ausgeglichen wurden. Diese öffentlichen Mittel sind neben den Ticketerlösen die wichtigste Finanzierungsquelle der Unternehmen.


Die Allianz pro Schiene unterstützt Forderungen nach einer deutlichen Erhöhung der jähr­lichen Zuschüsse über die Regionalisierungsmittel. Zuletzt hatte der Städte- und Gemeinde­bund gefordert, diese von derzeit 9 Milliarden Euro um 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen.

Auch die Fahrgäste werden stärker zur Kasse gebeten: Eine Auswertung von Beschlüssen zur bevorstehenden Preisrunde im kommenden Jahr hatte laut der Deutschen Presse-Agentur ergeben, dass je nach Verkehrsverbund der durchschnittliche Tarif um bis zu 5,5 Prozent steigt.


Quelle: EVN / dpa