Abellios Rückzugspläne: Verbünde treffen zunächst keine Entscheidung

Ein Regionalzug des Bahnbetreibers Abellio | Foto: Imago / Manngold

DÜSSELDORF | Im Ringen um den Rückzug der in Finanznot geratenen Privatbahn Abellio von defizitären Strecken in NRW haben die zuständigen Schienenverkehrs-Verbünde am Freitag keine Entscheidung getroffen.

Abellio hatte ein Angebot für einen schrittweisen Rückzug vorgelegt und seine Bereitschaft erklärt, „im Falle einer Einigung einen dreistelligen Millionenbetrag zur langfristigen Sicherung der Verkehre zur Verfügung zu stellen.“

Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, ist seit Juni wegen finanzieller Probleme in einem Sanierungsverfahren und beklagt hohe Verluste aus den lang laufenden Verträgen auf mehreren Strecken. Das Unternehmen betreibt wichtige Nahverkehrsverbindungen in NRW, darunter die Linien RE1 und RE11 sowie mehrere S-Bahn-Linien.

Die Verwaltungsräte der Aufgabenträger hätten „keine finale, einstimmige Entscheidung“ treffen können, hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur. „Wir setzen weiterhin auf eine konstruktive Lösung mit Abellio, sind aber der Auffassung, dass der Gesellschafter des Unternehmens seinen Gestaltungsspielraum noch nicht ausgeschöpft hat.“ Man würde sich ein größeres Engagement wünschen, hieß es weiter. Es sollen jetzt weitere Gespräche mit Abellio geführt werden, wie eine Sprecherin der Verbünde mitteilte.

Vertragspartner von Abellio sind als sogenannte Aufgabenträger für den Schienenpersonen­nahverkehr der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR – Gelsenkirchen), der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR – Köln) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL – Unna).


Quelle: EVN / dpa