Geldstrafe wegen Angriff auf Polizisten nach Ticketkontrolle

Justitia (Symbolbild) | Foto: Pixabay

MÜNCHEN | Wegen eines Angriffs auf Bundespolizisten nach einer Fahrscheinkontrolle ist ein 54-Jähriger zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro verurteilt worden.

Das Amtsgericht München befand den Mann am Donnerstag unter anderem für schuldig, einer Beamtin ins Gesicht geschlagen und in den Finger gebissen zu haben. Der Vorfall hatte Schlagzeilen gemacht, weil sich ein Polizist beim Einsatz auf Kopf- und Halsregion des Angeklagten gekniet haben soll.

Zu der Auseinandersetzung war es gekommen, nachdem zwei Fahrscheinkontrolleure in einer S-Bahn das Ticket des 54-Jährigen für ungültig hielten – fälschlicherweise, wie sich im Prozess herausstellte. An der Station Isartor riefen sie die Bundespolizei hinzu. Weil der 54-Jährige sich nicht ausweisen wollte, brachten insgesamt fünf Beamte den Fahrgast zu Boden, um ihn zu durchsuchen. Dagegen wehrte sich der Mann und schrie laut um Hilfe. 

Nachdem ein Video aus der Bodycam einer Polizistin öffentlich geworden war, hatte die Staatsanwaltschaft auch Ermittlungen gegen den Polizisten eingeleitet. Vor Gericht sagten mehrere der beteiligten Beamten, sie könnten sich nicht erinnern, ob der Kollege auf dem Hals gekniet habe. Eine Sachverständige kam am letzten Prozesstag zu dem Schluss, dass das Vorgehen der Polizei wahrscheinlich nicht lebensgefährlich für den Passagier war.

Die Staatsanwaltschaft hatte im jetzigen Prozess eine Geldstrafe in doppelter Höhe beantragt. Verteidiger David Mühlberger plädierte hingegen auf Freispruch. Die polizeiliche Maßnahme sei von vornherein unrechtmäßig gewesen. Bei den Handlungen des Angeklagten habe es sich daher um Notwehr gehandelt. Er kündigte an, in Berufung zu gehen.


Quelle: EVN / dpa