Nach Flutkatastrophe: Zugverkehr im Ahrtal rollt wieder

Fahrt der Ahrtalbahn nach dem Wiederaufbau der Gleise bei Heimersheim | Foto: DB AG / Dominic Dupont

REMAGEN | Knapp vier Monate nach der Flutkatastrophe rollen wieder Züge auf einem ersten Abschnitt der Ahrtalbahn.

Von Remagen aus fuhr am Montag ein Zug zum Bahnhof Ahrweiler in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz). Der Fahrplan sieht zwei Züge pro Stunde und Richtung auf der zunächst eingleisigen Strecke vor, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Die Hochwasserkatastrophe mit 134 Toten hatte Mitte Juli nicht nur Häuser und Straßen zerstört, sondern auch Bahnhöfe und Schienen.

Für den Wiederaufbau der ersten Teilstrecke wurden nach Angaben der Deutschen Bahn etwa 4.200 Tonnen Kies und 7.800 Tonnen Schotter benötigt. Zuvor sei tonnenweise Schutt entfernt worden. Außerdem hätten fünf Kilometer Kabel, ein Kilometer Schienen, 1500 Schwellen sowie zwei Bahnübergänge erneuert werden müssen.


Mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember soll ein weiterer Abschnitt der Ahrtalbahn zwischen dem Bahnhof Ahrweiler und Walporzheim in Betrieb genommen werden. Wann die komplette, rund 30 Kilometer lange Strecke flussaufwärts bis Ahrbrück wieder hergestellt ist, lässt sich wegen der immensen Zerstörungen derzeit noch nicht abschätzen. Nach Angaben der Deutschen Bahn fuhren vor 110 Jahren erstmals Züge durchs Ahrtal.

Zur Wiedereröffnung des ersten Teilabschnitts waren unter anderem der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und der für Infrastruktur zuständige Bahnvorstand Ronald Pofalla gekommen. Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs bringe für die Menschen in der Region ein Stück Normalität zurück, sagte Pofalla.


Quelle: EVN / dpa