Zugkollision in München – Bundespolizei ermittelt gegen Rangierbegleiter

Der ICE-Endwagen wurde vom Bauzug aus dem Gleis gedrückt | Foto: Bundespolizei

MÜNCHEN | Die Schadenshöhe nach dem Zusammenstoß eines Bauzuges mit einem ICE am Montagmorgen liegt nach bisherigen Schätzungen in einem hohen sechsstelligen Bereich.

Die wirkenden Kräfte waren gewaltig, auch wenn beide Züge als Rangierfahrt mit nur geringer Geschwindigkeit unterwegs waren. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Ursache für den Unfall, der sich laut Bahnangaben gegen 5:20 Uhr zugetragen hat, war menschliches Versagen.

Wie die Bundespolizei am Montagabend bekannt gab, zeigen erste Ermittlungen, dass der Rangierbegleiter des Bauzuges ein Sperrsignal ignoriert hatte und es dadurch auf Höhe der Weiche zum Zusammenstoß beider Züge kam. Der an der Spitze laufende Wagen des Bauzuges drückte den hinteren Endwagen des ICE seitlich aus dem Gleis; zwei Drehgestelle des Triebzuges entgleisten. Die Bundespolizei ermittelt nun gegen den Rangierbegleiter wegen Gefährdung des Bahnverkehrs.


Zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich der ICE ohne Fahrgäste auf dem Weg vom Abstell­bahnhof in der Vorstellgruppe Nord zum Münchner Hauptbahnhof. Der Zug sollte ab 5:44 Uhr als ICE 820 in Richtung Essen eingesetzt werden, fiel infolge des Unfalls allerdings komplett aus.

Laut dem Sprecher der Bundespolizei werden nun auch mögliche Konsequenzen gegen weitere Bahnmitarbeiter geprüft, weil der Unfall – anders als vorgeschrieben – nicht gemeldet wurde. Die Beamten erhielten erst durch eine Presseanfrage Kenntnis von dem Vorfall.


Quelle: EVN