EVG veranstaltet erste Großkundgebung gegen mögliche Bahn-Zerschlagung

Protestaktion der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) | Foto: Carsten Bunnemann

NÜRNBERG | Über 200 Menschen demonstrierten am Dienstag in Nürnberg gegen die Pläne von FDP und Grüne, den Bahnkonzern zu zerschlagen.

Die Botschaft an beide Parteien: „Hände weg vom integrierten Konzern – das ist für uns die rote Linie!“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert. Die EVG sei für eine Auseinandersetzung mehr als gewappnet. „Wir sagen diesem wahnsinnigen Unterfangen den Kampf an und wir werden mit allen Mitteln gegen die Zerschlagung der Bahn kämpfen“, fügte er hinzu.

FDP und Grüne fordern in den Koalitionsverhandlungen eine Trennung von Netz und Betrieb des Bahnkonzerns. Sollte das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, würden die Beschäftigten darunter leiden, so die Befürchtungen. DB-Services-Betriebsrätin Heidi Franke erklärte: „Wir haben während der Pandemie das Rad am Laufen gehalten. Wir wären nun die ersten, die bei einer Trennung verschwinden würden.“

Unterstützung gab es auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Mittelfranken. „Diese neoliberale Geisteshaltung ist ein Spaltpilz“, betonte Regionssekretär Norbert Feulner. „Schiene und Zugbetrieb gehören zusammen, alles andere ist ein Irrweg.“ Der DGB werde das Thema in die Politik tragen.

Nach Angaben der EVG gibt es bundesweit bereits weitere Protestaktionen. Eine nächste Demo ist demnach für den 16. November in Berlin geplant. Dann soll es symbolisch passend am Mittag um 5 vor 12 von der Parteizentrale der Grünen zur FDP-Zentrale gehen.


Quelle: EVN