Wie geht es weiter mit Abellio? – NRWs Verkehrs­ministerin informiert Landtag

Ein Regionalzug des Bahnbetreibers Abellio im VRR-Netz | Foto: Imago

DÜSSELDORF | Nordrhein-Westfalens Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) will am Mittwoch den Verkehrsausschuss des Landtags über den Verhandlungsstand mit dem finanziell angeschlagenen Bahnunternehmen Abellio informieren.

Die Tochter der Niederländischen Staatsbahn macht in Deutschland seit langem Verluste. Das liegt unter anderem an Strafzahlungen, weil Züge wegen Baustellen verspätet sind, und an stark gestiegenen Personalkosten. Dafür ist Abellio nicht verantwortlich – und deshalb sollte die Firma finanziell entlastet werden, so die Forderung des Regionalbahnunternehmens. Die Firma durchläuft derzeit ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, eine Form des Insolvenz­verfahrens.

Eine Einigung von Abellio mit allen Aufgabenträgern über neue Verträge gab es bis Dienstag noch nicht. Mit Aufgabenträgern sind in NRW die Nahverkehrsverbünde gemeint, darunter der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Es geht darum, wie weit besagte Aufgabenträger – und damit letztlich der Staat und der Steuerzahler – Abellio entgegenkommen und mehr Geld zahlen oder andere vertragliche Erleichterungen zulassen.

Abellio ist wichtig für viele Pendler: Etwa jeder sechste Zugkilometer im Schienenpersonen­nahverkehr (SPNV) von NRW wird von Abellio-Zügen gefahren, darunter ist der RE 1 von Aachen über Köln nach Hamm. Sollte sich die Abellio Rail GmbH nicht mit den Aufgaben­trägern einigen, droht ihr der Marktaustritt zum Februar 2022 – dann müssten andere Bahnunternehmen die Strecken per Notvergabe übernehmen.


Quelle: EVN / dpa