Keine Blindgänger – Bahnverkehr durch Hamburg dennoch weiter gestört

Blick auf den Hamburger Hauptbahnhof | Foto: Imago / Rüdiger Wölk

HAMBURG | Im Zusammenhang mit Bauarbeiten wurde in Hamburg nach Blindgängern gesucht. Nichts dergleichen wurde gefunden. Der Bahnverkehr ist trotzdem weiter gestört.

Bei der Suche an zwei Eisenbahnüberführungen nahe dem Hamburger Hauptbahnhof sind keine Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Grabungen an fünf Verdachtsstellen hätten stattdessen Metall zutage gefördert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Es kommt laut Deutscher Bahn dennoch weiterhin zu Einschränkungen im Bahnverkehr, da die Gleise noch wiederhergestellt werden müssten.

Die wichtige Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und Altona ist seit Freitagabend für den Fern- und Regionalverkehr gesperrt. Viele Züge fahren nur ab oder bis Harburg oder Altona. Die beiden Eisenbahnbrücken sind teilweise über 100 Jahre alt und müssen erneuert werden. Umfangreiche Bodenuntersuchungen in dem Bereich zwischen Binnen- und Außenalster hatten nach Angaben der Deutschen Bahn Auffälligkeiten gezeigt.

Die Sperrung der Strecke werde voraussichtlich bis Montagmorgen, 5.00 Uhr, dauern, hieß es. Die S-Bahn sei von der Streckensperrung vorerst nicht betroffen, hieß es weiter.

Züge aus Berlin, Hannover und Bremen enden bereits am Hauptbahnhof oder sogar schon in Harburg. Für Reisende aus Schleswig und Flensburg ist Altona die Endstation. Züge aus Süd- und Westdeutschland in Richtung Nordsee oder Kiel werden auch über Rothenburgsort im Osten Hamburgs umgeleitet. Wer aufs Auto umsteigt, könnte nicht nur in der Stadt, sondern auch auf den Autobahnen in einen Stau geraten. Sowohl auf der A7 im Süden von Hamburg als auch auf der A1 im Südosten der Stadt gibt es neue Baustellen.

Die Eisenbahnüberführung „Ferdinandstor“ stammt aus dem Jahr 1962, die Überführung „An der Alster“ teilweise aus dem Jahr 1901. Täglich rollen nach Angaben der Deutschen Bahn etwa 900 Regional- und Fernverkehrszüge über die Brücken. Die Bauwerke hätten das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer erreicht, hieß es. Im kommenden Jahr sollen sie abgerissen und dann bis Ende 2025 durch Neubauten ersetzt werden.


Quelle: EVN / dpa