Siemens-Chef Busch: Zerschlagung der Bahn wäre „keine gute Idee“

Roland Busch sieht Bahn-Zerschlagungspläne kritisch | Foto: DB AG / Siemens

MÜNCHEN | Siemens-Chef Roland Busch hat die Pläne von FDP und Grüne kritisiert, den Staatskonzern Deutsche Bahn aufspalten zu wollen.

„Ich halte das für keine gute Idee“, sagte Busch laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel. Er befürchtet angesichts der absehbaren politischen Konflikte, dass eine Bahnreform sich über mehrere Jahre hinziehen und die Bahn lähmen könnte. Es sei daher sinnvoller, „sich auf andere Themen zu konzentrieren und die Investitionsvorhaben zu beschleunigen.“ 

Der Siemens-Konzern gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Zügen und Signalanlagen im deutschen Bahnmarkt. Laut Busch sollten eher die Infrastruktur und die Digitalisierung voran­getrieben werden, um so mehr Züge auf die Schiene zu bringen.


FDP und Grüne hatten laut Medienberichten zuletzt zwei Modelle für eine Neuorganisation der Bahn in die Koalitionsverhandlungen eingebracht: Eines sieht eine rechtliche, personelle und budgetmäßige Trennung von Netz und Betrieb unter dem Dach einer Holding vor. Im zweiten Szenario würde die Infrastruktur in eine gemeinwohlorientierte, öffentliche Gesellschaft abgespalten, der Fern-, Regional- und Güterverkehr würde privatisiert. Auch die Monopol­kommission hält eine Trennung von Netz und Betrieb für geboten.

Gegen eine Zerschlagung des Konzerns sprechen sich hingegen auch die SPD und die Eisenbahnergewerkschaft EVG aus. Der Siemens-Chef könne nicht verstehen, warum man „etwas aufbrechen muss, was heute schon funktioniert.“ Der Fernverkehr, in dem die Bahn nahezu ein Monopol besitzt, mache nur etwa fünf Milliarden Euro Umsatz aus, im Regionalverkehr funktioniere der Wettbewerb schon heute, argumentierte Busch.


Quelle: EVN