Bundespolizei: Positive Bilanz nach Waffenverbot am Bremer Hauptbahnhof

Bundespolizisten in einem Bahnhof (Symbolbild) | Foto; Bundespolizei

BREMEN | Die Bundespolizei zieht nach zwei Nächten, in denen das Tragen von Waffen am Bremer Hauptbahnhof verboten war, eine positive Bilanz.

„Das Wochenende war relativ ruhig“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Sonntag. Insgesamt seien rund 750 Menschen kontrolliert worden. 14 Mal wurden dabei Waffen gefunden. Zwar sei dies bei so vielen Kontrollen eine relativ kleine Zahl, „dennoch ist jede einzelne Feststellung eine zu viel“, so der Sprecher weiter. Bei den gefundenen Waffen habe es sich meist um Messer gehandelt.

Das Verbot wurde zeitweise eingeführt, weil es aus Sicht der Polizei zu viele Gewalttaten gab. Es galt sowohl in der Nacht auf den Samstag als auch in der Nacht auf den Sonntag jeweils zwischen 19.00 Uhr und 03.00 Uhr. Die Aktion habe aus rechtlichen Gründen vorher angekündigt werden müssen. Zu den verbotenen Gegenständen gehörten gefährliche Werkzeuge, Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Hieb-, Stoß- und Stichwaffen sowie Messer aller Art.

Etwa 100 Beamte der Bundespolizei waren in Uniform, aber auch in Zivil am Wochenende im Einsatz. Neben Messern und anderen Stichwaffen wurde auch ein Kubotan, eine Nahkampfwaffe, entdeckt und beschlagnahmt. Ein 15-Jähriger trug eine Softairpistole bei sich, die auf den ersten Blick kaum von einer echten Waffe zu unterscheiden ist. Bei den Kontrollen seien zudem zahlreiche Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt worden. Insgesamt wurden 26 Ermittlungsverfahren eingeleitet und mehrere Platzverweise ausgesprochen.

Gemessen am Vergleichszeitraum 2020 wurden zwischen Januar und September 2021 mehr Messer im Zusammenhang mit Gewaltdelikten mitgeführt beziehungsweise im Zusammenhang mit Delikten vor allem am Abend und in der Nacht eingesetzt, teilte die Bundespolizei mit. Betroffen seien seltener Reisende und Pendler, sondern insbesondere alkoholisierte Menschen.


Quelle: EVN / dpa