Bei 3G in Bussen und Bahnen: Scheuer warnt vor Verkehrschaos

Geschäftsführender Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer | Foto: BMVI

BERLIN | Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat bei einer Einführung der 3G-Regel im Nah- und Fernverkehr vor einem Verkehrschaos in Deutschland gewarnt.

  Aktualisiert: 15. November 2021, 15.08 Uhr  

Er sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Berlin: „Die Auswirkungen wären erheblich. Das Ampelchaos kann zum Verkehrschaos werden.“ Jeden Tag seien in Deutschland in Corona-Zeiten 15 Millionen bis 20 Millionen Menschen mit Bussen und Bahnen unterwegs. „Die Ampel handelt planlos, hektisch und chaotisch. Man muss sich als neue Mehrheit doch erstmal wissenschaftlich, rechtlich und organisatorisch auf Stand bringen, bevor man sowas in die Welt setzt.“

Scheuer verwies auf wissenschaftliche Studien, nach denen es keine erhöhte Infektionsgefahr in Bussen, Bahnen sowie in Fernverkehrszügen gebe. Auch das Robert Koch-Institut habe das Infektionsrisiko seit Beginn der Pandemie als niedrig eingestuft.


Der Deutsche Städtetag hält eine 3G-Regel in Bussen und Bahnen unterdessen für richtig, um Corona wieder einzudämmen. „Sie wirkt aber nur, wenn sich alle daran halten“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Deutschen Presse-Agentur. „Kontrollen sind allenfalls durch Stichproben oder konzertierte Aktionstage mit Verkehrsbetrieben, Ordnungsämtern und der Polizei möglich. Wir setzen daher vor allem auf die Einsicht der Menschen, dass diese Regeln helfen, Ansteckungen zu vermeiden.“

SPD, Grüne und FDP planen angesichts steigender Infektionszahlen eine 3G-Regel im öffentlichen Personenverkehr. Das würde eine Mitfahrt nur für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete mit entsprechendem Beleg bedeuten.

Anfang Oktober hatte die Bundesregierung einer 3G-Regel in Bussen und Bahnen sowie Fernzügen nach einer Prüfung durch mehrere Ministerien eine Absage erteilt. Das Verkehrsministerium hatte erklärt, es sei übereinstimmend festgestellt worden, dass eine solche Auflage „weder rechtlich möglich noch praktikabel“ sei.


Quelle: EVN / dpa