Grüne Jugend und Jusos kritisieren erhöhten Preis für Azubi-Tickets in Thüringen

Fahrscheinautomat der Deutschen Bahn | Foto: EVN

LEIPZIG / ERFURT | Die Thüringer Jusos und die Grüne Jugend Thüringen haben den steigenden Preis des Thüringer Azubi-Tickets kritisiert.

  Aktualisiert: 16. November 2021, 13.09 Uhr  

Die Preissteigerung von 20 Prozent dürfe nicht auf die Auszubildenden abgewälzt werden, sagte der Thüringer Juso-Vorsitzende Maximilian Schröter am Dienstag. „Eine Preiserhöhung ist das falsche Signal“, sagte die Sprecherin der Grünen Jugend, Karoline Jobst. Grundsätzlich muss das Azubi-Ticket günstiger werden. Am Vortag war über einen Anstieg von monatlich 10,00 Euro auf neu 60,00 Euro pro Monat ab Januar 2022 für Inhaber und Inhaberinnen eines Azubi-Tickets in Thüringen berichtet worden.

Junge Leute gewinne man mit attraktiven Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, wie etwa dem Azubi-Ticket. „Landesregierung und die Thüringer Wirtschaft müssen eine kurzfristige Lösung für 2022 finden, um die finanzielle Belastung der Azubis für ihre Mobilität nicht ansteigen zu lassen“, sagte Schröter. Die Grüne Jugend hält laut Jobst ein Dreiteilungsmodell „für gerechtfertigt und sinnvoll“, in dem je ein Drittel vom Land, Azubi und Wirtschaft gezahlt werde. Langfristig müsse das Modellprojekt zur Sicherheit der 12 000 Abonnenten und Abonnentinnen als fester Bestandteil verankert werden – dafür müsse die Thüringer Wirtschaft ihren finanziellen Beitrag leisten.

Aufgrund zunehmender Abo-Zahlen müsse die Eigenbeteiligung 2022 steigen, „damit im kommenden Jahr noch mehr junge Menschen die Chance haben, vom Azubiticket zu profitieren“, hieß es am Dienstag aus dem Verkehrsministerium. 2021 nutzen bereits rund 1500 mehr Menschen das Abo als im Vorjahr. Bei 140 Euro pro Monat pro Abo sei das eingeplante Budget von rund 21,4 Millionen Euro im aktuellen Haushaltsplan erschöpft.

Aufgrund des steigenden Interesses werde der Freistaat das Ticket aber „auf jeden Fall fortführen“. Allerdings müsse sich dafür für 2023 „der Selbstbehalt des Azubis deutlich verringern“ und gleichzeitig müssten sich die Kosten des Freistaats reduzieren. Man sei aktuell mit Verkehrsverbünden und der Wirtschaft im Gespräch.

Das Ministerium schlägt vor, dass Azubis ab 2023 weiterhin im Dienst und in ihrer Freizeit mit einem Azubi-Ticket uneingeschränkt fahren können. Allerdings dann nur noch im Dreieck zwischen Wohnort, Schulstandort und Ausbildungsbetrieb beziehungsweise Einsatzort. So könne der Eigenanteil deutlich sinken, auf bis zu 30 Euro im Monat. Bisher kann man mit dem Azubi-Ticket mit Bus, Bahn und Straßenbahn durch das ganze Verbundgebiet im Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) fahren.


Quelle: EVN / dpa