Baden-Württemberg: Internetportal über Qualität im Bahnverkehr freigeschaltet

Logo der Marke „bwegt“ auf einem Regionalzug in Baden-Württemberg | Foto: bwegt

STUTTGART | Das baden-württembergische Verkehrsministerium will mit einem neuen digitalen Angebot mehr Transparenz über die Qualität im Bahnverkehr schaffen.

Bahnfahrende können sich im Internet über Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit ihres Zugangebots kundig machen, wie Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. „So kann sich jeder Fahrgast für seine Region ein Bild der Qualität machen.“ Ähnliche Angebote gibt es nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Verkehrsminister Hermann sagte, die Qualität habe sich in weiten Teilen des Landes gesteigert. In rund der Hälfte der Netze seien bereits jetzt mehr als 70 von 100 Punkten erreicht worden. Die aktuelle Rangliste zeige aber auch, dass noch einiges zu tun sei.

Für die Rangliste wurden die 29 Verkehrsverträge hinsichtlich der Betriebsqualität verglichen. VCD-Landeschef Matthias Lieb sagte, mit dem Portal könne man recht übersichtlich einen ersten Eindruck gewinnen, auf welchen Netzen man auf der Schiene eher gut vorankomme und wo es eher Probleme geben könnte.


Auf Platz 1 und 3 der Rangliste steht die Schweizerische Bundesbahn (SBB) mit ihrer Tochter, die in Südbaden S-Bahn-Linien betreibt. Die AVG mit dem Heilbronner Netz belegt den zweiten Rang. Nach der aktuellen Erhebung gibt es im Großraum Freiburg Verbesserungsbedarf bei der DB Regio und der Südwestdeutschen Landesverkehrs-AG (SWEG). Als Grund wurden häufige Fahrzeugstörungen im Netz 4 auf der Rheintalbahn angegeben, die im aktuellen Ranking für schwächere Werte bei der Zuverlässigkeit und Zugkapazität sorgen. Außerdem gebe es dort Probleme mit der Pünktlichkeit.

Auch die SWEG erreichte in ihrem Netz 9b rund um Freiburg keine guten Werte: Hintergrund seien Lieferverzögerungen bei den Neufahrzeugen. Deshalb hätten die vereinbarten Zugkapazitäten häufig nicht erbracht werden können. Hinzu kam fehlendes Personal. Das Verkehrsministerium kündigte an, dass die Ergebnisse alle sechs Monate aktualisiert werden sollen.


Quelle: EVN / dpa