ADAC-Tester finden „gesundheitsgefährdende“ Keime auf Zugtoiletten

Ein ICE der Deutschen Bahn | Foto: EVN

STUTTGART | Im Rahmen einer Qualitätsüberprüfung haben Tester des ADAC in mehreren Zügen gesundheitsgefährdende Keime auf den Toiletten festgestellt.

In zwölf von 28 getesteten Zügen (43 Prozent) sei „eine auffällige Keimbelastung“ festgestellt worden, „neun Proben waren sogar potenziell gesundheitsgefährdend“, wie der Verkehrsclub kürzlich mitteilte. Zwar hätten die Toiletten „optisch sauber“ gewirkt, auf „Türklinken und Toilettenbrillen“ seien allerdings entsprechende Krankheitserreger festgestellt worden.

Außerdem, so berichtete der ADAC weiter, waren in zwei der getesteten Züge die barriere­freien Toiletten dauerhaft gesperrt. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen konnten diese Züge also entweder gar nicht oder nur mit dieser Einschränkung nutzen, hieß es. Hier müsse die Bahn dringend nachbessern, forderte der Verkehrsclub. „Gründlichere Reinigungen der Toiletten, aber auch das zuverlässige Bereitstellen von Hygienebeuteln und in Pandemiezeiten vor allem von Desinfektionsmitteln sollten Bahnfahrende erwarten dürfen“, beklagte der ADAC in seiner Mitteilung.


Zufrieden waren die Tester hingegen mit dem Zugpersonal und dem Komfort im Allgemeinen, wie es weiter hieß. Durchwachsen sei bei den Tests allerdings auch die Verfügbarkeit des Internetempfangs gewesen. So gab es in fünf Zügen (18 Prozent) gar kein WLAN und nur bei knapp der Hälfte der Fahrten hatten die Tester immer guten Empfang. Das Testurteil „gut” gab es bereits ab 2 Mbit pro Sekunde. Streaming ist mit einer solchen Bandbreite allerdings schlecht möglich. Die Handynetz-Qualität war in vier von zehn Zügen laut ADAC durchwegs gut.

Die Tests zur Überprüfung der Qualität von Bahnreisen auf Fernstrecken fanden in diesem Sommer statt. Von den 30 geplanten Fahrten konnten die Tester nur 28 antreten, da zwei Züge komplett ausfielen. Im Bereich Information waren die Ergebnisse laut Mitteilung insgesamt gut. Alternative Verbindungen wurden rechtzeitig angekündigt, bei Gleiswechsel oder Verspätungen erhielten die Passagiere E-Mails oder Push-Nachrichten. Nur in einem Zug gab es keine Durchsagen. 

Bei der Pünktlichkeit konnten demnach nur 43 Prozent der getesteten Züge überzeugen, also insgesamt zwölf. Bei den anderen Zügen betrug die Verspätung zwischen sechs und maximal 92 Minuten.


Quelle: EVN