Zugbegleiterin verklagt Deutsche Bahn – Mobbing­vorwürfe gegen Vorgesetzte und Kollegen

Zugbegleiter läuft an ICE vorbei | Foto: Imago / Ralph Peters

HANNOVER | Eine Zugbegleiterin aus Hannover erhebt schwere Vorwürfe gegen Vorgesetzte und Kollegen der Deutschen Bahn. Die Frau geht jetzt gerichtlich gegen ihren Arbeitgeber vor.

Weil sie von Kollegen nach eigenen Angaben „systematisch“ gemobbt und von einem Vorge­setzten sexuell belästigt worden sei, will die 43-Jährige 30.000 Euro Schadensersatz, wie die Neue Presse berichtet.

Als die Betroffene vor zehn Jahren bei der Bahn anfing, sei sie herzlich und freundlich aufgenommen worden, sagte sie der Zeitung. Dann aber habe sich die Situation geändert, als sie zum Objekt der Begierde eines Vorgesetzten geworden sei. Nach einer Zurückweisung sei es schlimm geworden. Wie die Zugbegleiterin in der Zeitung weiter zitiert wird, soll sie unter anderem einmal aufgefordert worden sein, sich vor den Kollegen herumzudrehen, damit die anderen ihren Po sehen können. Zudem seien ihr während einer Schulung von einem Trainer Pornofilmchen vorgespielt worden. Auch beschreibt sie, dass sie in Gegenwart von Kollegen im März 2019 auf das Übelste sexuell beschimpft worden sei.

Dem Bericht zufolge sei 2019 auch der zuständige Unternehmensvorstand in Frankfurt am Main informiert worden, allerdings nicht mit dem erhofften Ergebnis. Laut Anwalt Michael Falke, der die 43-Jährige vertritt, hätte ihr die Bahn angeboten, „sich auf freie Stellen zu bewerben. Andernfalls wurde ihr eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorgeschlagen.“

Aufgrund des schwebenden Verfahrens wollte sich die Deutsche Bahn gegenüber der Neuen Presse nicht zu den Vorwürfen äußern.


Quelle: EVN