Autozulieferer testet Lieferung per Bahn für Werk Neubrandenburg

Transportverlagerung vom Lkw auf den Zug | Foto: Webasto

NEUBRANDENBURG | Der Autozulieferer Webasto will Standheizungen künftig umwelt­freundlicher herstellen – und testet dafür den Transport über die Schiene von und nach Neubrandenburg.

Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, sind an dem Projekt das Werk und zwei besonders wichtige Lieferanten aus Süddeutschland und Tschechien beteiligt. Die Neubrandenburger Firma mit rund 800 Beschäftigten ist die einzige Standheizungsproduktion der Webasto-Gruppe in Europa und hat direkte Bahnanbindung.

Bis Mitte Dezember laufe ein Praxistest. Von Neubrandenburg rollen leere Transportbehälter zu den Lieferanten, die diese mit den benötigten Komponenten befüllen und zurück nach Neubrandenburg schicken. Der Bahntransport, der durch das Güterbahnunternehmen DB Cargo erfolgt, ersetzt nach Unternehmensangaben 95 Prozent dieser bis zu 1400 Kilometer langen Wege, die bisher Lastwagen zurücklegten. Für fünf Prozent seien noch Lkw nötig, da die Lieferanten keine direkten Gleisanbindungen hätten. Es könne die Hälfte des bisher ausgestoßenen Kohlendioxids eingespart werden, bei gleichen Kosten. Nach dem Test soll entschieden werden, wie es weitergeht. Ab Mitte 2022 sei ein Regelbetrieb denkbar.

Webasto mit Sitz in Stockdorf bei München hat nach eigenen Angaben elf Werke weltweit, 14.000 Mitarbeiter und gilt als Marktführer bei Panorama- und Schiebedächern sowie Standheizungen.


Quelle: EVN / dpa