Zahlreiche Fragen zur Umsetzung der 3G-Regel in Bus und Bahn weiter offen

U-Bahn-Station am Nürnberger Hauptbahnhof (Symbolbild) | Foto: Imago / CHROMORANGE

NÜRNBERG | Die 3G-Regel ist beschlossene Sache – doch wie sie umgesetzt werden soll, ist bei vielen Verkehrsunternehmen weiter fraglich. Am Mittwoch soll die Vorgabe, wonach nur noch Geimpfte, Genesene oder auf das Coronavirus getestete Personen im Nah- und Fernverkehr mitfahren dürfen, in Kraft treten.

  Aktualisiert: 23. November 2021, 18.56 Uhr  

Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH (VGN), zu dem 135 Verkehrsunternehmen gehören, wartet nach eigenen Angaben zurzeit auf die genauen Regelungen und auf Vorgaben, wie diese in der Praxis umgesetzt werden sollen. „Es ist noch gar nichts konkret, außer dass die 3G-Pflicht kommt“, sagte ein VGN-Sprecher laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur. Offen sei die Frage, wer die 3G-Nachweise kontrolliere. Verantwortlich für die Kontrollen sind nach dem Gesetz die Verkehrsunternehmen. Doch nicht jedes habe dafür eigenes Personal, hieß es vom VGN.

Auch bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) waren noch viele Details zu den Kontrollen unklar. Es werde auf jeden Fall wie im Gesetz vorgesehen stichprobenartig kontrolliert, sagte ein Sprecher. Das genaue Vorgehen und Sanktionen bei Fahrgästen ohne 3G-Nachweis seien aber noch offen.


Bei der Bayerischen Regiobahn konnte man ebenfalls noch nichts Genaueres sagen. Wie das Unternehmen mitteilte, befinde man sich gerade im Klärungsprozess zu den 3G-Regeln und ihren Fragen.

Vom Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) ist zu hören, dass sich Fahrgäste von der kommenden Woche an auf 3G-Schwerpunktkontrollen einstellen müssten. Der Verbund sei dafür in intensiven Gesprächen mit Polizei und Ordnungsbehörden, sagte ein Sprecher am Dienstag. Ob Bußgelder verhängt werden könnten oder die Menschen ohne entsprechenden Nachweis schlicht aussteigen müssten, sei noch offen. 

„Unsere Kontrolleure könnten 3G-Kontrollen keinesfalls alleine durchführen“, betonte der Sprecher. Das liege nicht nur an der Mehrarbeit, sondern auch daran, dass KVV-Personal mögliche Verstöße nicht ahnden dürfe. Der KVV beschäftigt rund 200 Kontrolleure und befördert in seinem Einzugsgebiet in und um Karlsruhe rund 500.000 Fahrgäste täglich.

Nach Ankündigung des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) sollen die Kontrollen zur Einhaltung der 3G-Regel stichprobenhaft durch die mehr als 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Prüf- und Sicherheitsdienste der Verkehrsunternehmen im Rahmen der regelhaften Fahrkarten- und Maskenkontrollen durchgeführt werden. Das teilte der HVV am Dienstag mit. Ein Verstoß gegen die 3G-Pflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und könne mit einem Bußgeld geahndet werden, hieß es weiter.


Quelle: EVN / dpa