Berliner Fahrgastverband: 3G-Regeln verhindern Daseinsfürsorge des Nahverkehrs

U-Bahn der Berliner Verkehrsbetriebe | Foto: Imago / Future Image

BERLIN | Aus Sicht des Berliner Fahrgastverbands IGEB laufen die seit diesem Mittwoch geltenden 3G-Regeln in Bussen und Bahnen der Daseinsfürsorge des öffentlichen Nahverkehrs zuwider.

„Diese gilt etwa auch für Ungeimpfte, die zu einem Impfzentrum gelangen wollen und die da irgendwie hinkommen müssen“, sagte der Sprecher der Interessensgemeinschaft Eisenbahn, Nahverkehr und Fahrgastbelange Berlin, Matthias Gibner, am Mittwoch. „Mit der neuen Regelung schließe ich auch solche Menschen explizit aus.“

Zudem seien die Regeln von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) nur schwer durchzusetzen. „Ich weiß nicht, wo die BVG das Personal dafür hernehmen möchte“, sagte Gibner. Schon jetzt würden Fahrkartenkontrollen nur sporadisch durchgeführt. Die Regelung berge darüber hinaus Konfliktpotenzial: „Schon jetzt erleben wir bei ganz normalen Fahrscheinkontrollen, dass Kontrolleure von Fahrgästen beleidigt und angegriffen werden.“ Bei einer so sensiblen Frage wie dem Impfen erhöhe sich diese Gefahr weiter.

Seit diesem Mittwoch gelten auch in Berlin die 3G-Regeln in Bussen und Bahnen. Fahrgäste müssen also gegen das Coronavirus geimpft, bereits genesen oder auf das Virus getestet sein. Die Änderung des entsprechenden Bundesgesetzes war vergangene Woche von Bundestag und Bundesrat verabschiedet worden.


Quelle: EVN / dpa