Bahnbranche begrüßt Koalitionsvertrag – VDB: Für „nächste Mobilitätsrevolution“ bereit

Waggonbau in einem Fertigungswerk von Siemens | Foto: Siemens

BERLIN | Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) und der Verband der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI) haben die im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP verankerten Ziele für mehr Klimaschutz und nachhaltige Mobilität begrüßt.

Die Ampelkoalition lege damit einen Schwerpunkt auf die Schiene und den verstärkten Einsatz nachhaltiger Bahntechnologie Made in Germany, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck. Die Bahnindustrie in Deutschland stehe „für die nächste Mobilitätsrevolution“ bereit. Industrie, Sektor und Politik müssten jetzt gemeinsam das Tempo Richtung Zukunft erhöhen: „Es ist völlig richtig, dass die Koalition das Umsetzungstempo massiv anziehen will. Die rasche, flächendeckende Digitalisierung des Schienenverkehrs und die Elektrifizierung von 75 Prozent des Netzes bis 2030 sind notwendige und realistische Ziele.“ 

Bundespolitik und Branche stünden nun in der Pflicht, in den kommenden vier Jahren klimagerechten Verkehr zu verwirklichen. „Für eine Verdopplung der Fahrgastzahlen und mehr Schienenanteil im Güterverkehr müssen kundenfreundliche Innovationen schnell in den Markt kommen. Dafür braucht es Vergabeverfahren, die Innovationen und Nachhaltigkeit gewichten und nicht nur den billigsten Anschaffungspreis“, betonte Rodenbeck.


„Mit ihrem Bekenntnis zum Grundsatz ‚Schiene vor Straße‘ bei Verkehrsinvestitionen schafft die Ampelkoalition die Grundlage für die klimafreundliche Mobilität der Zukunft“, sagte auch der VPI-Vorsitzende Malte Lawrenz. „Für den Schienengüterverkehr ist es ein wichtiges Signal, dass die Koalitionäre einen Marktanteil des Verkehrsträgers von 25 Prozent bis zum Jahr 2030 als ihr Ziel festgeschrieben haben.“ Um entsprechend Wachstum auf die Schiene zu bringen, wird die Regierung mit Tempo in den Umsetzungsmodus gehen müssen, so Lawrenz. Besonders erfreulich sei aus Sicht der Güterwagenhalter, dass die Einführung der Schlüssel­technologie für einen effizienten Schienengüterverkehr, die Digitale Automatische Kupplung, Eingang in das Vertragswerk gefunden hat. Es sei zudem folgerichtig, dass die Vertragsparteien sich dazu bekannt haben, die Lkw-Maut nicht nur auszubauen, sondern die Einnahmen künftig nach dem Prinzip ‚Verkehr finanziert Verkehr‘ für die Finanzierung von Mobilität zu verwenden, so der VPI-Chef weiter.


Quelle: EVN