NRW-Landtag beschäftigt sich mit Abellio-Krise

Abellio-Logo auf einem Zug | Foto: EVN

DÜSSELDORF | Der Landtag in Nordrhein-Westfalen beschäftigt sich am Freitag auf Antrag der SPD-Fraktion in einer Aktuellen Stunde mit dem finanziell angeschlagenen Eisenbahnunternehmen Abellio.

Die Firma ist nach der DB Regio das zweitwichtigste Bahnunternehmen in NRW. Etwa jeder sechste Zugkilometer im Schienen-Personennahverkehr des Landes entfällt auf die Tochter der niederländischen Staatsbahn, die wichtige Linien wie den RE1 von Aachen nach Hamm, den RE 11 von Düsseldorf nach Kassel und die S2 von Dortmund nach Essen betreibt. Abellio durchläuft derzeit wegen finanzieller Probleme ein sogenanntes Schutzschirmverfahren. Dabei wird das Unternehmen nach Regeln des Insolvenzrechts saniert.



Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) will am 9. Dezember entscheiden, wer den Notbetrieb der Strecken ab Februar übernimmt. Die SPD will von der Landesregierung wissen, wie sie künftig verlässlichen Bahnverkehr in NRW sicherstellen will.

Die Lokführergewerkschaft GDL warnte wegen der kurzen Vorlaufzeit bis zur Notvergabe der Abellio-Verkehre im Februar 2022 bereits vor enormen Risiken für Fahrgäste und Beschäftigte. „Eine Übergabe dieser Menge an Verkehrsleistung ist in zwei Monaten garantiert nicht ohne die bewusste Inkaufnahme von Zugausfällen zu machen“, befürchtet der Bezirks­vorsitzende der GDL NRW, Sven Schmitte. Auch die Eisenbahngewerkschaft EVG und der Verband Mobifair äußerten sich bereits kritisch zur Vergabepolitik der letzten Jahre – hier sei der Preisdruck im gesamten Nahverkehr einfach viel zu hoch.


Quelle: EVN / dpa