Corona-Verluste bei Verkehrsunternehmen in Sachsen belaufen sich auf dreistellige Millionensumme

Empfangsgebäude des Dresdner Hauptbahnhofs (Archiv) | Foto: DB AG / Christian Bedeschinski

DRESDEN | Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in Sachsen haben bis Mitte Oktober pandemiebedingte Einnahmeverluste von rund 110 Millionen Euro für das laufende Jahr gemeldet.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Dresden vom Sonntag flossen bereits 60 Millionen Euro Abschlagszahlungen. Mit den vom zuständigen Landtagsausschuss jetzt freigegebenen rund 21,5 Millionen Euro könne ein mehr als 90-prozentiger Ausgleich mit dem ÖPNV-Rettungsschirm 2021 erfolgen. Das Geld soll Anfang 2022 ausgezahlt werden.

„Die Corona-Pandemie war und ist für den sächsischen ÖPNV eine enorme Herausforderung“, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Dennoch hätten die Unternehmen auch in Zeiten sehr geringer Nachfrage ihr Angebot aufrecht erhalten und Mobilität garantiert. Die Fahrt mit Zug, Bus und Tram „ist sicher, wie Studien gezeigt haben“, auch dank der aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht, 3G und Abstand sowie Reinigung und Lüftung der Fahrzeuge.

Laut Dulig ist das Antragsvolumen gegenüber 2020 stark gestiegen. Ziel bleibe trotz der aktuellen Corona-Lage ein Ausgleich zu 100 Prozent. Dulig geht wegen der anhaltenden und sich verschärfenden Corona-Krise davon aus, dass die Nachfrage durch Homeoffice-Pflicht und 3G-Regel erneut zurückgeht. Mit genaueren Zahlen zum Ausgleichsbedarf rechnet er erst 2023.

Bund und Länder wollen laut Dulig über eine Anschlussregelung für den am Jahresende auslaufenden ÖPNV-Rettungsschirm verhandeln, für den 2021 bundesweit zusätzlich eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen, wenn die Länder sich in gleichem Umfang beteiligen. Der bisher im Freistaat Sachsen gemeldete und geschätzte Gesamtbedarf seit Pandemie-Beginn liegt nach Ministeriumsangaben bisher bei rund 188 Millionen Euro.


Quelle: EVN / dpa