Polizei kontrolliert Wartepflicht an Bahnübergängen – mehrere Verstöße geahndet

Polizeikontrollen an einem Bahnübergang in Bonn-Oberkassel | Foto: Polizei

BONN | Um die Verkehrsteilnehmer für mögliche Gefahren beim Überqueren von Gleisen zu sensibilisieren, hat die Polizei am Dienstag im Bonner Stadtteil Oberkassel Kontrollen an Bahnübergängen des Stadt- und Straßenbahnnetzes durchgeführt.

Bei der Aktion stellte die Polizei nach eigenen Angaben zehn Fälle des Missachtens der Wartepflicht von Fußgängern fest. Die betroffenen Personen wurden hierfür mit einem Verwarngeld von jeweils zehn Euro zur Kasse gebeten. Ein Autofahrer, der den Bahnübergang „Zipperstraße“ trotz roter Ampel überquerte, muss mit einer Geldstrafe in Höhe von 240 Euro rechnen. Zudem erwarten ihn zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

Der aktuelle Bußgeldkatalog sieht für Autofahrende, die einen Bahnübergang trotz geschlossener Halbschranke befahren, ein Bußgeld von 700 Euro vor. Hinzu kommen außerdem zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.

Einem Polizeisprecher zufolge ereignen sich die meisten Unfälle durch bewusste und unbewusste Regelmissachtung, wenn beispielsweise Halbschranken umgangen oder Lichtsignale missachtet werden. Gemessen am Gesamtunfall­geschehen im Verkehr seien Unfälle an Bahnübergängen relativ selten, können dann aber oft besonders schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Ute Schlömer, Mitarbeiterin im Verbesserungsmanagement von SWB Bus und Bahn, gibt zu bedenken, dass das Fahrpersonal von Straßen- und Stadtbahnen täglich mehrfach psychisch belastenden Situation ausgesetzt sei. „Unserer Fahrerinnen und Fahrer kennen den Bremsweg ihrer Fahrzeuge und sind sich bewusst, dass sie die bis zu 50 Tonnen schweren Bahnen nicht immer rechtzeitig zum Stehen bringen können. Selbst wenn es nicht zum Unfall kommt, ist der Schrecken groß. Zudem kann eine Gefahrenbremsung auch für Fahrgäste im Innenraum gefährlich sein und nicht selten kommen Unbeteiligte zu Schaden“, so Schlömer.


Quelle: EVN