Ausbau der Bahnstrecke Angermünde – Stettin offiziell gestartet

In Angermünde rollen seit Dienstag die Bagger | Foto: DB AG / Volker Emersleben

ANGERMÜNDE | Die Deutsche Bahn hat am Dienstag mit dem Ausbau der 49 Kilometer langen Strecke zwischen Angermünde und der polnischen Stadt Stettin begonnen. Bereits ab 2025 sollen so schnellere Fahrzeiten möglich sein. Zuvor war mit einer Fertigstellung für 2026 geplant worden.

„Wir haben uns die Baupläne noch mal genau angesehen und am Ende ist es uns gelungen, durch entsprechende Bauplanung die Inbetriebnahme nach unseren heutigen Erkenntnissen für 2025 vorherzusagen“, sagte Ronald Pofalla, Vorstand für Infrastruktur der Deutschen Bahn AG, am Dienstag zum symbolischen Spatenstich in Angermünde. Brandenburgs Minister­präsident Dietmar Woidke (SPD) sprach angesichts der Elektrifizierung von einem „großen Schritt“ nach vorne bei der grenzüberschreitenden Klimamobilität.

Der Abschnitt wird zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Regionalzüge sollen auf dem Abschnitt den Angaben nach künftig bis zu 160 Stundenkilometer schnell fahren können. Dadurch soll sich die Fahrzeit zwischen Berlin und Stettin von 110 auf 90 Minuten verkürzen. Derzeit kann die Strecke laut Bahn maximal mit Tempo 120 befahren werden.

Die Bauarbeiten sollen in zwei Phasen erfolgen. Los geht es auf dem 19 Kilometer langen Abschnitt zwischen Angermünde und Passow. Während der Arbeiten am ersten Abschnitt soll der Bahnverkehr auf der Verbindung aufrechterhalten werden. Es könne jedoch zu längeren Fahrzeiten und veränderten Abfahrtszeiten kommen, hieß es von Seiten der Bahn. Ab 2024 soll dann der Ausbau zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze folgen. An diesem Teilstück ist eine Totalsperrung der Strecke vorgesehen. Die polnische Eisenbahngesellschaft Polskie Koleje Państwowe plant parallel den Ausbau zwischen der Grenze und Stettin.

Der Bund stellt für das Projekt rund 380 Millionen Euro zur Verfügung. Berlin und Brandenburg steuern insgesamt 100 Millionen Euro bei. Die Strecke, die die Region Berlin-Brandenburg und Stettin verbindet, soll eine Lücke im europäischen Schienenverkehr schließen.


Quelle: EVN / dpa