Bahnprojekt Dresden–Prag: Erste Probebohrungen für neuen Erzgebirgstunnel beendet

Arbeiten an der Bohrstelle | Foto: DB AG / VektroVision

DRESDEN | Im Zuge des Neubauprojekts der Strecke Dresden–Prag hat die Deutsche Bahn erste Bohrarbeiten im Erzgebirge beendet.

Die Untersuchung des Bodens sei notwendig, um den künftigen Bahntunnel planen zu können, teilte die DB Netz AG am Donnerstag mit. Im Mittelsächsischen Gebirge seien dabei nur wenige Störfaktoren gefunden worden. Im Gottleubatal hingegen gäbe es mehrere Bruchstellen und Unebenheiten in der Gebirgsstruktur, die bei der Planung des Trassenverlaufs berücksichtigt werden müssen.

Noch nicht entschieden ist, wie der Erzgebirgstunnel für die Neubaustrecke gebohrt werden soll. Untersucht werden weiterhin zwei Varianten: Ein sogenannter Volltunnel von Heidenau bis Tschechien von 30 Kilometern Länge und ein 26 Kilometer langer Teiltunnel, der erst ab Pirna durch das Osterzgebirge führt. Ziel sei es, im nächsten Jahr Trassierungen und bis 2024 eine Vorzugsvariante erarbeitet zu haben, sagte Kay Müller, Projektleiter der DB Netz AG.

Mit dem Zug dauert die Fahrt zwischen Dresden und Prag derzeit rund zweieinhalb Stunden. Mit der Neubaustrecke werde die Fahrzeit auf gut eine Stunde sinken. Wann dafür mit dem Bau des Erzgebirgstunnels begonnen werden kann, könne man derzeit noch nicht sagen. Damit ist auch noch offen, wann die Neubaustrecke in Betrieb gehen wird.


Quelle: EVN / dpa