Sozialverband fordert barrierefreie Mobilität für alle

Servicekraft der Bahn hilft einem Rollstuhlfahrer am Bahnsteig | Foto: DB AG / Pierre Adenis

ERFURT / FRANKFURT AM MAIN | Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember fordert der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen die zügige barrierefreie Umgestaltung aller Verkehrsangebote und -einrichtungen.

„Noch immer stehen Bürgerinnen und Bürger, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, unterwegs in den Verkehrsstationen oft vor Hindernissen“, teilte der Landesvorsitzende Paul Weimann am Donnerstag mit.

„Ohne gesetzliche Verpflichtungen für barrierefreie Mobilität müssen Menschen mit Behinderungen insbesondere in eher dünn besiedelten Regionen auf die notwendigen Veränderungen viel zu lange warten.“ Dabei seien gerade sie auf einen barrierefreien öffentlichen Nahverkehr angewiesen, etwa um Einkäufe zu erledigen oder den Arzt aufzusuchen.

Zwar müsse zum 1. Januar 2022 nach dem Personenbeförderungsgesetz im öffentlichen Personennahverkehr vollständige Barrierefreiheit erreicht sein. Der VdK kritisierte jedoch, dass diese Frist nicht gelte, wenn im Nahverkehrsplan Ausnahmen konkret benannt und begründet werden.

Die Deutsche Bahn (DB) will bis zum Ende des Jahres Renovierungsarbeiten an insgesamt 69 Thüringer Bahnhöfen abschließen. Die Maßnahmen im Rahmen des vom Bund finanzierten Renovierungsprogramms sind deutschlandweit im Gange. Im Jahr 2021 investierte die DB nach eigenen Angaben insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro, um Bahnhöfe neu zu bauen oder zu modernisieren.

Für den VdK reichen diese Maßnahmen indes nicht aus. Rund 20 Prozent der Bahnhöfe in Deutschland seien noch immer nicht stufenlos erreichbar und an etwa der Hälfte fehle ein tastbares Leitsystem, führte Weimann aus. Laut einer Statistik der DB seien 2020 nur 25 Prozent der Bahnsteige für Menschen mit Sehbehinderungen ausgestattet.


Quelle: EVN / dpa