Nach Messer-Anschlägen: Japan will Überwachungs­kameras in Zügen

Zug einer Metrolinie in Japan | Foto: Pixabay

TOKIO | Nach wiederholten Angriffen mit Messern in Zügen erwägt Japan die einheitliche Installierung von Sicherheits­kameras in Bahnen.

Wie japanische Zeitungen am Freitag berichteten, beraten Experten im Auftrag des Verkehrs­ministeriums, Bahnbetreiber zum Einbau von Überwachungskameras in allen neuen Wagen einschließlich Shinkansen-Hochgeschwindig­keits­zügen zu verpflichten. Anlass ist ein Vorfall vor kurzem in einem Abteil der Keio-Linie in Tokio, bei dem ein junger Japaner an Halloween Feuer gelegt und mit einem Messer mehr als ein Dutzend Menschen verletzt hatte.

In dem Zug hatte es keine Überwachungskameras gegeben. Bislang sei die Installation solcher Kameras den Betreibern überlassen gewesen, hieß es. Auch fehle es bislang an einheitlichen Standards bezüglich der Funktionsweise solcher Geräte. Dies solle sich künftig ändern.

In den vergangenen Jahren war es wiederholt zu Angriffen in Zügen und auf Bahnhöfen in Tokio gekommen. Erst im August wurden zwei Menschen in einer U-Bahn verletzt, als ein Mann eine Säure ins Gesicht eines anderen Mannes spritzte. Einen Tag vor der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele stach zudem ein Mann wahllos auf zehn Fahrgäste ein. Ungeachtet solcher Vorfälle genießt die Nummer Drei der Weltwirtschaft den Ruf, eines der sichersten Länder zu sein.


Quelle: EVN / dpa