Neue Lokomotive eingeweiht – Küstenschützer rumpeln jetzt auch elektrisch über das Watt

Neue elektrische Lokomotive eingeweiht | Foto: LKN.SH

DAGEBÜLL | Auf der Schmalspurbahn zu den Halligen Oland und Langeness geht es jetzt auch elektrisch voran.

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und die Direktorin des Landesbetriebs für Küsten­schutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH), Birgit Matelski, nahmen am Montag eine neue Elektrolok in Betrieb. Die rund 360.000 Euro teure und acht Tonnen schwere Lok ersetzt eine der bisher dort verkehrenden vier Dieselloks.

Die rund zehn Kilometer lange Strecke führt auf einem flachen Damm über das Watt auf die Halligen. Die Verbindung ist vor allem wichtig, um Material für den Küstenschutz zu trans­portieren. Jedes Jahr werden etwa 5.000 Pfähle, 500 Bunde Faschinen (große Reisigbündel) für den Uferschutz, 500 Tonnen Deckwerkssteine sowie 120 Tonnen Sand und Kies auf die Halligen geliefert.

„Mit der E-Lok stellen wir die Weichen für Klimaschutz im Weltnaturerbe Wattenmeer“, teilte Heinold mit. Im elektrischen Betrieb sollen jährlich rund 5,5 Tonnen Kohlendioxid gespart werden. Mit einer Akkuladung kann die Lok bis zu 60 Kilometer weit fahren. Die Höchst­geschwindigkeit beträgt 20 Kilometer pro Stunde. Eine weitere Bahnverbindung verläuft zwischen Lüttmoorsiel und der Hallig Nordstrandischmoor und erstreckt sich über vier Kilometer.

Für Matelski ist die Neuanschaffung ein Symbol für die positive Kraft des Fortschritts. Sie erinnerte an Zeiten, in denen Segelloren über den Damm rumpelten. Bei Flaute musste geschoben werden. „Ich bin sehr gespannt, welche Kapitel noch geschrieben werden. Vielleicht fahren wir eines Tages mit Wasserstoff auf die Halligen?“


Quelle: EVN / dpa