Zukunftsinvestitionen: Ökonom sieht Wiedereinführung der Schuldenbremse kritisch

Baustelle zur Errichtung einer neuen Brücke | Foto: Pixabay

BERLIN | Nach Ansicht des früheren Wirtschaftsweisen Peter Bofinger sollte der Staat unter anderem in die Bereiche Infrastruktur und den Klimaschutz investieren. Er sieht daher die Wiedereinführung der Schuldenbremse kritisch.

„Diese Tilgung erfolgt entweder durch höhere Steuern oder durch weniger Investitionen“, sagte er dem Nachrichtenportal Watson. „Beides ist auch für die junge Generation nicht wirklich sinnvoll.“ Wenn der Staat Schulden aufnehme und das Land dadurch leistungsfähiger werde, sei das laut Bofinger „völlig okay“. Finanziell gebe es für große Volkswirtschaften wie Deutschland kein Limit.

Für die Bauwirtschaft seien längerfristige Perspektiven wichtig. Daher bräuchte es eigentlich „einen Masterplan, bis zum Ende des Jahrzehnts“, führte der 67-Jährige aus. Aus ökonomischer Sicht sei eine Legislaturperiode also zu kurz gedacht.

Die neue Bundesregierung sieht die Einhaltung der Schuldenbremse ab 2023 vor. Darauf hatten sich SPD, Grüne und FDP im Koalitionsvertrag geeinigt. Der designierte Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte am Montagabend im ZDF bekräftigt, trotz aller notwendigen Investitionen weiter an der Schuldenbremse festzuhalten.


Quelle: EVN