Mehr Zugfahrten über Weihnachten – Pro Bahn: „Die Bahn wirft alles auf die Schiene, was sie hat“

Ein ICE der Deutschen Bahn in Nürnberg | Foto: DB AG

BERLIN | Nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn könnten die zusätzlichen Zugfahrten, die die Bahn über Weihnachten anbieten will, zu Verspätungen im Schienennetz führen.

„Die Bahn wirft alles auf die Schiene, was sie hat, mehr geht gar nicht“, sagte der Ehren­vor­sitzende des Verbands, Karl-Peter Naumann, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Das Problem aus seiner Sicht: Für noch mehr Züge gebe es keine Kapazitäten auf den Strecken und in den Bahnhöfen. „Die Engpässe haben wir eher dort. Nicht unbedingt in Berlin, aber rund um Köln, Hamburg und auch Frankfurt“, sagte Naumann. „Wenn die Bahnhöfe voll sind, müssen auch die zusätzlichen Züge warten.“

Er forderte die Bahn deshalb dazu auf, die Fahrpläne der Extra-Züge großzügig zu kalkulieren. „Es ist besser, wenn die Züge dann auch mal drei Minuten zu früh am Ziel sind, als drei Minuten zu spät.“ Außerdem sollten die Züge vernünftig gewartet auf die Reise gehen und dass sie mit ausreichend Seife, Wasser und Desinfektionsmittel ausgestattet sind. „Das ist nur bei 80-85 Prozent der Züge der Fall.“


DB-Fernverkehrschef Michael Peterson hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe zuvor gesagt, dass die Deutsche Bahn rund um Weihnachten, vom 22. Dezember bis zum 2. Januar, rund 100 zusätzliche Sonderzüge vor allem auf den stark nachgefragten Verbindungen einsetzen werde. „Wir werden damit Ende dieses Jahres so viele Fernzüge auf der Schiene haben wie nie zuvor“, kündigte Peterson an.

Den Hauptverkehr erwartet die Bahn in diesem Jahr an den Tagen „direkt vor und nach den beiden Weihnachtsfeiertagen, also am 23. sowie am 27. und 28. Dezember“, teilte das Unternehmen mit. Die Fernzüge der Bahn seien zu Weihnachten schon recht gut gebucht.

Die Sonderzüge sollen unter anderem auf viel befahrenen Strecken wie Berlin–Stuttgart, Berlin–München, von NRW nach Berlin oder auch Hamburg–Karlsruhe oder Essen–Berlin eingesetzt werden. „Wer an den Tagen reisen muss, der soll das sicher und mit einem guten Gefühl machen können“, sagte der Fernverkehrschef. Zudem gälten weitere Maßnahmen wie die Masken- und 3G-Pflicht, verstärkte Reinigung in den Zügen, aber auch stichprobenartige Kontrollen der 3G-Pflicht. Durch mehr und längere Züge werde den Reisenden mehr Platz und Abstand in den Zügen ermöglicht, betonte Peterson.


Quelle: EVN / dpa