Sachsen: Dulig bezeichnet Abbaupläne beim Zughersteller Alstom als „völlig unakzeptabel“

Martin Dulig, Wirtschaftsminister in Sachsen, zum geplanten Stellabbau bei Alstom | Foto: Alstom / Imago / jmfoto

GÖRLITZ / BAUTZEN | Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hat mit „absolutem Unverständnis“ auf die Abbaupläne des Zugbauers Alstom in Görlitz und Bautzen reagiert.

In Görlitz sollen bis zu 400 und in Bautzen bis zu 150 Arbeitsplätze gestrichen werden, wie Dulig am Freitag nach einem Gespräch mit dem Betriebsrat mitteilte. Über alle Standorte in Deutschland hinweg plane der Konzern laut Betriebsrat den Abbau von 1.200 Jobs. „Dieses vergiftete Weihnachtsgeschenk ist völlig inakzeptabel“, kritisierte der SPD-Politiker. Der französische Zug- und Bahntechnik-Hersteller Alstom hatte die Werke Anfang 2021 von Bombardier übernommen.


Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hatte Dulig am Vormittag mit dem Gesamt­betriebs­ratschef von Alstom Deutschland, René Straube, Kontakt aufgenommen und sich informiert. Außerdem stehe man in Kontakt mit der Unternehmensleitung. Ein Gespräch zwischen Dulig und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sei in Vorbereitung. „Statt in das bestehende Werk mit seiner 170-jährigen Tradition zu investieren, die guten Industrie­arbeits­plätze zu erhalten und die hohe Qualität der Lausitzer Produkte für den gesamten Konzern zu sichern, möchte die Alstom-Führung nun massiv Arbeitsplätze abbauen.“ Diese Entscheidung sei weder wirtschaftlich klug noch nachvollziehbar.

„Ich erwarte, dass die Alstom-Führung ihren Beschluss revidiert und gemeinsam mit dem Betriebsrat eine Lösung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region findet. Die Standorte in Bautzen und Görlitz brauchen eine Zukunft. Jetzt muss investiert werden“, sagte Dulig. Wenn die Landesregierung helfen und unterstützen könne, sei sie dazu sofort bereit. „Gemeinsam fordern wir Alstom auf, zu seinen Zusagen beim Kauf zu stehen, die Zukunft des Werkes und der Arbeitsplätze zu sichern, anstatt den Aktienkurs durch Einsparmaßnahmen zu stabilisieren.“


Quelle: EVN / dpa