Früherer Luxuszug auf Abschiedstour – Letzte Fahrt für den Metropolitan-ICE

Der Metropolitan-ICE am 10. Dezember 2021 auf seiner Abschiedsfahrt | Foto: Michael McMonreal

BERLIN | Für viele Eisenbahnfans und auch so manchen Fahrgast war er etwas Besonderes – der „Metropolitan Express Train“, kurz MET. In den letzten Jahren war er noch als „ICE“ im Einsatz, der allerdings wie ein Intercity daherkam. Nun ist auch diese Epoche zu Ende.

Zwischen 1999 und 2004 galt der silberfarbene MET als Luxuszug der Deutschen Bahn. Der frühere „Metropolitan“, betrieben von der DB-Tochter Metropolitan Express Train GmbH, war zu seiner Zeit wegen seiner luxuriös ausgestatteten Wagen, die allesamt dem Niveau der ersten Klasse entsprachen, bei vielen Fahrgästen beliebt. Ab Ende der 90er Jahre verband er die Metropolen Hamburg und Köln und war dabei sogar 40 bis 50 Minuten schneller als andere Züge. Dennoch stellte die Deutsche Bahn diese Zuggattung nach fünf Jahren aus Kosten­gründen und wegen zu geringer Fahrgastauslastung vorzeitig wieder ein.

Eigentlich totgeglaubt, nutzte die Bahn die zwei vorhandenen Zuggarnituren, die aus jeweils sieben Wagen und einer speziell ausgerüsteten Lok der Baureihe 101 bestanden, fortan als „ICE“ im weiß-roten Standard­design der Fernverkehrsflotte. Ein besonderes Highlight war bis zuletzt das Fahrzeuginterieur. Denn die Wagen verfügen über eine Innenverkleidung aus hellem Birnbaumholz und einer Waggondecke aus Edelstahl, und grenzten sich somit auch in Sachen Ausstattung von den anderen Intercity- und ICE-Zügen deutlich ab. Technisch wurden die lokbespannten Metropolitan-Züge als Triebzüge geführt. Die einzelnen Wagen waren dabei durch eine Mittelpufferkupplung verbunden, die nur in den Betriebswerken getrennt werden konnte.

Am Freitag trat der Metropolitan-ICE nun seine letzte reguläre Zugfahrt an. Unterwegs war er dabei von Berlin Ostbahnhof nach Köln Hbf und zurück. Auch optisch verabschiedete sich der Zug von seinen Fahrgästen. An der Front sowie an der Fahrzeugseite deuteten Aufkleber auf die Abschiedstour hin.


Quelle: EVN