Frankfurt will dichteren Takt durch digitale Zugsicherung realisieren

U-Bahnverkehr in Frankfurt am Main | Foto: VGF

FRANKFURT AM MAIN | Um den öffentlichen Nah­verkehr zu beschleu­nigen, will Frankfurt am Main im kommenden Jahr eine neue Technologie im U-Bahn-Netz installieren.

  Aktualisiert: 13. Dezember 2021, 15.22 Uhr  

Mithilfe einer digitalen Steuerung sollen die Frankfurter U-Bahnen künftig in einem dichteren Takt fahren können. Die Zugsicherungstechnik mit dem Namen „Digital Train Control System“ werde erstmals in einer deutschen Stadt angewendet, sagte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Montag in Frankfurt. In der Branche wird das System auch als „Communication Based Train Control“ (CBTC) bezeichnet. Fahrzeuge und Strecke stehen dabei in Kontakt und tauschen untereinander permanent digitale Signale und Meldungen aus. Die Fahrer sollen zur Überwachung weiter an Bord bleiben, um notfalls eingreifen zu können, hieß es.

Im kommenden Jahr sollen die ersten U-Bahnen mit der neuen Technik ausgestattet werden, um Probefahrten machen zu können, sagte der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), Michael Rüffer. Ab 2025 soll die digitale Steuerung im Linienbetrieb zum Einsatz kommen und bis 2030 auf den gesamten U-Bahn-Verkehr in der Mainmetropole ausgeweitet werden. Anschließend werden die Straßenbahnen eingebunden.

Teilweise befinden sich die Strecken an der Kapazitätsgrenze, die digitale Technik soll dennoch einen um 25 Prozent dichteren Takt ermöglichen. Auch sollen die Bahnen energieeffizienter und für die Fahrgäste komfortabler unterwegs sein, da das Beschleunigen und Bremsen sanfter erfolgen soll. 

Bund und Land fördern das mehr als 200 Millionen Euro teure Vorhaben der Verkehrs­gesell­schaft Frankfurt (VGF) mit rund 95 Millionen Euro. Um den Klimaschutz und die Luftreinhaltung voranzubringen, müsse aus der bestehenden Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs mehr herausgeholt werden, sagte Al-Wazir.

Das Vorhaben sei Vorbedingung einer integrierten Verkehrssteuerung des gesamten Ballungs­raums, erklärte die Stadt Frankfurt. In einem weiteren Projekt wird unter anderem das Ampel­system digitalisiert, um auch den Individualverkehr einzubeziehen. Langfristig sollen alle Verkehrs­mittel miteinander vernetzt sein.


Quelle: EVN / dpa