Fahrgastverband kritisiert steigende Ticketkosten und „intransparente Preisspirale“ der Bahn

Fahrgast in einem ICE der Deutschen Bahn | Foto: DB AG

MÜNCHEN | Seit dem vergangenen Sonntag müssen sich Kunden der Deutschen Bahn auf teilweise höhere Preise einstellen. Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die aus seiner Sicht „intranspa­rente Preisspirale“ des Konzerns kritisiert, weil vor allem Stammkunden dadurch zusätzlich belastet würden.

Die Preise für Flextickets sind zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember um durchschnittlich 1,9 Prozent teurer geworden. Ebenfalls gestiegen sind die Preise für Bahncards, hier sogar um durchschnittlich 2,9 Prozent. Unverändert blieben hingegen die Sparpreisangebote.

Pro Bahn zufolge habe es den Verantwortlichen bei der Preisgestaltung an „Fingerspitzen­gefühl“ gefehlt. „Solche Preiserhöhungen, die unternehmerisch unumgänglich scheinen, sollten gerade auch in Corona-Zeiten die treuen Stammkunden am wenigsten treffen“, meinte der Fahrgastverband. In Zukunft brauche es mehr Transparenz bei den Flexpreisen und ein Ende der Preisspirale.


Wie der Tarifexperte des Verbands, Jörg Bruchertseifer, vorschlägt, sollte es – ähnlich wie in Österreich mit dem Klimaticket – auch für Deutschland ein preiswertes Ticket geben, das bundesweit in allen öffentlichen Verkehrsmitteln gültig ist. Verkehrsminister Wissing und die neue Bundesregierung müssten alles daransetzen, für alle Bürger den öffentlichen Verkehr attraktiv und erschwinglich zu gestalten, ergänzte der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Detlef Neuß. „Denn schon heute werden E-Autos mit mehreren Tausend Euro unterstützt. Bahn und Bus haben es auch verdient.“


Quelle: EVN